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Hand vor steinzeitlicher Höhlenkunst

Forscher finden Kunst aus der Steinzeit

Archäologen haben in Oberfranken eine einmalige Entdeckung gemacht: Sie fanden Steinzeit-Höhlenmalereien - angeblich erstmals in Deutschland. Den genauen Ort der Grotte wollen die Forscher geheim halten. Offenbar handelt es sich um eine "Höhle der Lust".

Deutschland 21.07.2011

Das Bayerische Landesamts für Denkmalpflege bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der "Zeit". Die zwischen 10.000 und 12.000 Jahre alten Wandverzierungen zeigten zahlreiche Geschlechtsorgane und wurden in einer Grotte im Landkreis Bamberg gefunden. Es handele sich um die älteste Höhlenkunst in Zentraleuropa, sagte Beate Zarges vom Denkmalpflege-Landesamt.

Die fünf Meter lange Höhle wurde bereits 1991 entdeckt, aber erst jetzt wurde die Bedeutung der Zeichnungen bestätigt. Nach dem Bericht der Zeitung sind um die Kalkablagerungen an den Wänden der Grotte auffällige Gravuren geritzt worden. Sie zeigten zahlreiche Geschlechtsorgane. Vermutlich handele es sich bei dem Raum um einen Ort, an dem Fruchtbarkeitszeremonien gefeiert wurden.

Brüste und Penisse

Ö1-Sendungshinweis

Über diesem Fund berichtet auch die Sendung "Wissen aktuell", Do., 21.07.2011, 13:55 Uhr.

Der etwa fünf Meter lange Raum sei gefüllt mit natürlich entstandenen Kalkablagerungen, die an Brüste oder Penisse erinnern, schreibt die "Zeit". Offenbar ließen sich die frühen Besucher dadurch zu ihren Gravuren inspirieren. Womöglich sahen die Menschen in der Höhle einen Ort der Lust und feierten inmitten der anatomischen Auffälligkeiten Fruchtbarkeitsfeste, sagte der Geologe und Archäologe Bernhard Häck in der Zeitung.

Laut Denkmalpflege-Landesamt wird die Höhle voraussichtlich nicht für Besucher geöffnet. "Die Höhle ist in privatem Besitz, deshalb wollen wir den genauen Ort vorerst geheim halten", sagte Zarges. Die Experten befürchten auch, dass die Steinzeit-Höhle aufgrund der Darstellung der Geschlechtsorgane zu viele Neugierige anziehen könnte.

Nach Angaben der "Zeit" wurden bereits zahlreiche steinzeitliche Figuren in Deutschland entdeckt - Kunstwerke an Felswänden hingegen seien bislang noch nicht aufgetaucht. Die schematischen Zeichnungen, die unter anderem Frauenkörper darstellen, erinnerten die Forscher an Funde in der südfranzösischen Dordogne.

science.ORF.at/dpa

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