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Eine Frau hält sich vor einer hektischen Umgebung den Kopf.

Weltweite Studie: 121 Millionen Depressive

Weltweit sind laut einer umfassenden Studie 121 Millionen Menschen von Depressionen betroffen. Frauen haben ein doppelt so hohes Risiko, daran zu erkranken, wie Männer. In Ländern mit höheren Einkommen gibt es mehr Krankheitsfälle.

Medizin 26.07.2011

Das berichtet ein großes internationales Forscherteam um Evelyn Bromet von der State University of New York in Stony Brook. Basis sind detaillierte Interviews mit mehr als 89.000 Menschen aus 18 Ländern.

Die Studie:

"Cross-national epidemiology of DSM-IV major depressive episode" erscheint in der Juli-Ausgabe des Journal "BMC Medicine".

15 Prozent in Ländern mit hohem Einkommen

Die zehn Länder mit hohem Einkommen sind Deutschland, Belgien, Frankreich, Israel, Italien, Japan, die Niederlande, Neuseeland, Spanien und die USA. Zu den acht übrigen Ländern mittleren und niedrigen Einkommens zählten etwa Brasilien, Indien, China, Mexiko, Südafrika sowie die Ukraine.

Der Studie zufolge tragen 15 Prozent der Menschen in Ländern mit hohem Einkommen das Risiko, im Lauf des Lebens an einem depressiven Zustand zu leiden. In Ländern mit einem niedrigen oder mittleren Einkommen liegt diese Zahl mit elf Prozent niedriger, heißt es in einer Mitteilung der Herausgeber des Journals.

5,5 Prozent der Befragten in den reichen Ländern gaben an, im Jahr vor ihrem Interview eine Depression gehabt zu haben.

Spitzenreiter Frankreich

Ö1 Sendungshinweis:

Dem Thema widmet sich auch ein Beitrag in Wissen aktuell: 26.7., 13:55 Uhr.

Von einer depressiven Episode (MDE, major depressive episode) ist die Rede, wenn fünf von neun Kriterien erfüllt sind, zu denen unter anderem der Verlust des Selbstbewusstseins, Schlaf- und Appetitlosigkeit, schlechte Konzentrationsfähigkeit und ein Gefühl der Traurigkeit gehören. Entsprechende Tests mit Fragebögen sind bei der Diagnose weit verbreitet.

Der Anteil von MDE war in den reichen Länder erhöht - 28 Prozent zu 20 Prozent in den Ländern mit dem geringeren Einkommen. Besonders hoch - mehr als 30 Prozent - war der Wert in Frankreich, den Niederlanden und den USA. Besonders niedrig fiel der Anteil in China aus: zwölf Prozent.

Über die Kulturen hinweg litten Frauen doppelt so oft wie Männer, und der Verlust des Partners durch Trennung, Scheidung oder Tod ist hier wie dort erwartungsgemäß einer der Hauptauslöser. "Dies ist die erste Studie, die eine standardisierte Methode einsetzt, um Depressionen und MDE über die Länder und Kulturen hinweg zu vergleichen", teilte Bromet mit. "Wir haben gezeigt, dass Depression in allen Regionen der Welt ein großes Problem ist."

science.ORF.at/dpa

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