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Teilansicht des Sternennebels NGC 3603

Hobby-Astronom entdeckt planetarischen Nebel

Dem österreichischen Hobbyastronomen Matthias Kronberger ist die Entdeckung eines expandierenden Gasnebels im Sternbild Schwan gelungen, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer Mittwochausgabe berichtet.

Österreich 27.07.2011

Vermessung mit Keplers Hilfe

Der nun nach dem Entdecker benannte "Kronberger 61" oder "Kn 61" ist ein planetarischer Nebel, also eine leuchtende Gaswolke, die ein alter Stern in der Endphase seiner Entwicklung abgestoßen hat.

"Spannend ist das Objekt deshalb, weil es im Feld des vom Satelliten Kepler abgedeckten Himmelsbereiches liegt", sagte Kronberger gegenüber der APA. Der Satellit Kepler wird für die Suche nach erdähnlichen Planeten eingesetzt.

Dem "Kn 61" widmen sich die Forscher nun auch bei der derzeitigen Tagung der Internationalen Astronomischen Union auf Teneriffa, an der Kronberger teilnimmt. "Es geht darum herauszufinden, unter welchen Bedingungen planetarische Nebel entstehen und welche Faktoren Einflüsse auf ihre Form haben", so der Hobbyastronom. Der Satellit Kepler könne die Helligkeit von Sternen "extrem präzise" über einen langen Zeitraum vermessen. So könne man etwa auch feststellen, ob der Zentralstern des Nebels bzw. der Überrest des Sterns, der die leuchtende Gas- und Plasmahülle ausgestoßen hat, "pulsiert oder von einem nahen Begleiter umrundet wird".

Im Jänner entdeckte Kronberger den planetarischen Nebel - nämlich auf Aufnahmen der Digitized Sky Survey (DSS), die "eine sehr tiefe Durchmusterung des gesamten Himmels in drei Spektralbändern" (Blau, Rot und nahes Infrarot) zulässt. Der Nebel "Kn 61" wurde anschließend auch vom Gemini-Nord-Teleskop auf Hawaii abgelichtet. Planetarische Nebel sind "in unserer Nachbarschaft der Galaxie" nicht selten, bisher seien 3.000 bekannt und identifiziert worden, heißt es in einer Aussendung vom Gemini Observatory.

science.ORF.at/APA

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