Standort: science.ORF.at / Meldung: "Shooter-Spieler sind keine Militaristen"

Mann beim Computerspielen

Shooter-Spieler sind keine Militaristen

Wer Killerspiele spielt, hat nach einer deutschen Studie nicht automatisch eine andere Einstellung zu Krieg und Gewalt als andere. Als ausschlaggebend für die Einstellung zum Militär erwiesen sich vielmehr Alter, Bildung und Autoritätshörigkeit.

Studie 11.08.2011

Einstellung unabhängig von Spielen

Das Team um den Kommunikationswissenschaftler Thorsten Quandt von der Stuttgarter Universität Hohenheim hat für die Umfrage 5.000 Menschen befragt, darunter 4.500 Spieler und eine repräsentative Kontrollgruppe von 500 Nichtspielern. Ihnen wurden verschiedene Aussagen zum Militarismus und zum Umgang mit kriegerischen Bedrohungen und Terrorismus vorgelegt, die sie bewerten sollten. Ein Unterschied bei den Bewertungen durch Spieler und Nichtspieler war nicht erkennbar. "Im Durchschnitt wurden bei beiden Gruppen die Aussagen gleich bewertet", erklärte Quandt.

Differenzen gibt es laut der Studie allerdings bei den verschiedenen Gesellschaftsgruppen. Ältere Menschen, solche mit einer niedrigeren Bildung, aggressivere und autoritätsorientierte Menschen haben deutlich mehr übrig für Militär und Soldaten.

Weiteres Ergebnis der Hohenheimer Spiele-Forschung: Fast die Hälfte von 166 analysierten Spielen beruhte auf realen Konflikten, die meisten auf dem Zweiten Weltkrieg oder dem Vietnamkrieg. Jüngste militärische Konflikte wie im Irak oder in Afghanistan spielen in aktuellen Titeln eine geringere Rolle. Sie werden meist ersetzt durch fiktive Szenarien.

science.ORF.at/APA/dpa

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