Standort: science.ORF.at / Meldung: "Mond vermutlich deutlich jünger als gedacht"

Der Mond auf wolkenlosem Nachthimmel.

Mond vermutlich deutlich jünger als gedacht

Das Alter des Mondes ist einer Studie zufolge 4,36 Milliarden Jahre alt. Die Erkenntnisse stammen von einer neuen Datierung von Blei- und Neodym-Isotopen eines aus Magma entstandenen Mondgesteintyps.

Astronomie 18.08.2011

Der Erdtrabant wäre damit bis zu 200 Millionen Jahre jünger als gedacht. Eine Alternative wäre, dass die Bildung des Mondes anders abgelaufen ist als Forscher bislang angenommen haben.

“Geschichte überdenken“

Bisher ging die Wissenschaft generell davon aus, dass der Mond durch einen Zusammenprall eines planetengroßen Objekts mit der im Entstehen begriffenen Erde entstand. Das durch den Zusammenprall abgestoßene Magma kühlte sich nach und nach ab und verfestigte sich zu dem felsigen, unwirtlichen und luftlosen Himmelskörper.

"Das außergewöhnlich junge Alter dieses Stücks vom Mond bedeutet entweder, dass der Mond sich wesentlich später verfestigte als bisher angenommen, oder dass wir unsere gesamte Vorstellung der geochemischen Geschichte des Mondes überdenken müssen", sagte Richard Carlson von der Carnegie Institution for Science in Washington.

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Über diese Studie berichtet auch "Wissen aktuell": Donnerstag, 18. August 2011, 13:55 Uhr

Sollten sich die Schätzungen bestätigen, hieße dies, dass die ältesten Krusten von Erde und Mond in etwa zur gleichen Zeit entstanden, nämlich nach der großen Kollision. Die Datierung stimmt mit Altersschätzungen für das Mineral Zirkon überein, das im Westen Australiens gefunden wurde und das älteste jemals auf der Erde entdeckte Mineral ist.

science.ORF.at/APA/AFP

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