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Rekonstruktion eines Homo erectus

Der erste Koch: Homo erectus

Homo erectus bereitete bereits vor 1,9 Millionen Jahren Speisen mit Hilfe von Feuer und Werkzeugen zu. Das zeigen laut US-Wissenschaftlern anatomische Besonderheiten des Urmenschen.

Anthropologie 23.08.2011

Kleinere Backenzähne durch Diätwechsel

Forscher um Chris Organ von der Harvard University fanden heraus, dass der Homo erectus im Vergleich zu anderen Primaten deutlich kleinere Backenzähne besaß. Diese Ergebnisse deuteten darauf hin, dass sich in der Menschheitsgeschichte mit der Entstehung des Homo erectus vor etwa 1,9 Millionen Jahren eine Veränderung der Essgewohnheiten von roher, nicht erhitzter hin zu weicher und zubereiteter Nahrung vollzogen haben muss, berichten die Forscher.

Die Studie

"Phylogenetic rate shifts in chewing time during the evolution of Homo", PNAS (doi: 10.1073/pnas.110780610).

Neben kleineren Backenzähnen weise auch ein geringes Darmvolumen darauf hin, dass bereits Homo erectus Speisen zubereitet habe. Die Backenzähne, auch Molaren genannt, funktionieren wie Mühlsteine und zermahlen die Nahrung zu verdaulichen Stücken. Durch das Zubereiten der Nahrung mit Werkzeugen und die Hitze werden die Lebensmittel weicher und damit leichter essbar. Kleinere Backenzähne seien die Folge, so die Wissenschaftler.

Wäre der Mensch ein gewöhnlicher Primat, würde er nach Ansicht der Forscher fast die Hälfte des Tages (48 Prozent) mit Essen verbringen. Tatsächlich seien es jedoch nur rund fünf Prozent. Um herauszufinden, wann die Entwicklung zu kürzeren Mahlzeiten im Laufe der Menschheitsgeschichte eingesetzt hat, verglichen die Wissenschafter Zahndaten, Körpergewicht und Erbgut von nicht-menschlichen Primaten, 14 ausgestorbenen Hominiden und dem modernen Menschen miteinander.

science.ORF.at/APA/dpa

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