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Möglicherweise bewohnbarer Planet entdeckt

Schweizer Forscher berichten von der Entdeckung eines Planeten, der möglicherweise für Lebewesen bewohnbar sein könnte. Der Brocken ist 3,6 Mal so schwer wie die Erde und umrundet seinen Stern gerade mal in 54 Tagen.

Astronomie 30.08.2011

Der Planet liege am inneren Rand der "bewohnbaren Zone", schreiben Forscher um Francesco Pepe vom Astronomischen Observatorium der Universität Genf in einer Studie.

Die Studie:

"The HARPS search for Earth-like planets in the habitable zone. I. Very low-mass planets around HD20794, HD85512, and HD192310" erscheint im Fachmagazin "Astronomy & Astrophysics" (DOI: 10.1051/0004-6361/201117055 - kostenpflichtig).

Flüssiges Wasser und Wolken

Als "bewohnbare Zone" bezeichnen Astronomen jene Entfernung von einem Stern, in der Wasser auf einem Planeten nicht gefriert oder verdampft, sondern flüssig bleibt. Der neu entdeckte Planet und sein Heimatstern namens HD 85512 liegen rund 36 Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt.

Dass der neu entdeckte Planet trotz seiner kurzen Umlaufzeit noch bewohnbar sein könnte, liegt daran, dass sein Heimatstern kleiner und kühler ist als unsere Sonne.

Trotzdem müssen für eine allfällige Lebensfreundlichkeit zusätzliche Voraussetzungen erfüllt sein, wie Pepe gemeinsam mit zwei Kollegen in einem zweiten Artikel schreibt, der ebenfalls in "Astronomy & Astrophysics" erscheinen soll. So müsste der Planet eine Wolkenbedeckung von 50 Prozent haben.

Ansonsten würde zu viel Sonnenlicht seine Oberfläche erreichen, und er wäre wohl zu heiß für die Existenz von flüssigem Wasser. Zudem gehen die Forscher bei ihren Berechnungen davon aus, dass der Planet eine ähnliche Atmosphäre wie die Erde hat - mit den Gasen Sauerstoff, Kohlendioxid und Stickstoff.

Aussichtsreiche Kandidaten

Ob der Planet auch mit anderen Zusammensetzungen der Atmosphäre bewohnbar wäre, können die Forscher nicht sagen. Sie postulieren aber, dass ihre Neuentdeckung gemeinsam mit dem ebenfalls von der Uni Genf aufgespürten Planeten "Gliese 581 d" der bisher aussichtsreichste Kandidat sei für einen bewohnbaren Planeten.

Gefunden haben die Astronomen den neuen Planeten mit Hilfe des von ihnen gebauten Instruments Harps, das am 3,6-Meter-Teleskop der Europäischen Südsternwarte ESO in den chilenischen Anden installiert ist. Harps misst die winzigen Effekte, welche die Anziehungskraft von Planeten auf den Stern hat, den sie umkreisen.

Rund 100 der bisher etwas über 570 entdeckten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems gehen auf das Konto von Harps. Die erste Entdeckung eines solchen Exoplaneten gelang im Jahr 1995 ebenfalls zwei Forschern vom Genfer Observatorium, Michel Mayor und Didier Queloz.

Milliarden erdähnliche Planeten?

In ihrer neuesten Untersuchung richteten die Astronomen Harps auf zehn Sterne und suchten sie gründlich nach allfälligen, relativ kleinen Planeten ab. Das Resultat: Mindestens drei der Sterne werden von solchen Begleitern umkreist. Neben dem Planeten um HD 85512 fanden die Forscher noch vier weitere Planeten.

Für Pepe und seine Kollegen bestätigen ihre Resultate Theorien, wonach kleine Planeten um sonnenähnliche Sterne relativ häufig sein müssen. Laut ihnen könnten um jeden dritten Stern Planeten kreisen. Das würde bedeuten, dass es allein in unserer Milchstraße mehrere Milliarden relativ kleine, vielleicht erdähnliche Planeten geben würde.

science.ORF.at/APA/sda

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