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Junges Paar

Buben ohne Väter bekommen früher Kinder

Wenn Kinder ohne Vater aufwachsen, beeinflusst das offenbar ihre psychosexuelle Entwicklung: Vaterlose Buben werden früher Väter, Pubertät und Heirat sind bei ihnen hingegen verzögert, berichten zwei britische Forscherinnen.

Entwicklung 07.09.2011

Effekt bei beiden Geschlechtern

Für Mädchen war ein Zusammenhang zwischen Vaterlosigkeit und früher Pubertät und Fortpflanzung bereits bekannt. Für ihre Studie haben Paula Sheppard von der London School of Economics und Rebecca Sear von der Durham University nun die Daten vom mehreren tausend Männern aus Großbritannien untersucht.

Die Studie

"Father absence predicts age at sexual maturity and reproductive timing in British men", Biology Letters (doi: 10.1098/rsbl.2011.0747).

Die Ausgangsfrage: Korreliert die Abwesenheit des Vaters mit dem Zeitpunkt der Pubertät, der Heirat und der Fortpflanzung? Dabei wurden andere als ungünstig angesehene Kindheitsumstände ausgeschlossen sowie der Zeitpunkt des Vaterverlustes berücksichtigt.

Die beiden Forscherinnen kamen zu dem Ergebnis, dass vaterlose Knaben generell früher Kinder bekommen. Statistisch nachweisbar sei das für Buben, die bis zum Alter von sieben Jahren ihren Vater verloren haben: Sie bekämen mit größerer Wahrscheinlichkeit bis zum 23. Lebensjahr mindestens ein Kind.

Dagegen kämen Buben häufig später in die Pubertät, die als Jugendliche im Alter zwischen elf und 16 Jahren vaterlos geworden seien. Auch tendierten vaterlose Burschen dazu, später zu heiraten. Statistisch eindeutig nachweisen konnten Sheppard und Sear das für die Gruppe von Knaben, die im Alter von sieben bis elf Jahren ihren Vater verloren haben.

Väter beeinflussen also nachweisbar Fortpflanzung und Pubertät ihrer Söhne, folgern die Forscherinnen. Außerdem spiele der Zeitpunkt des Vaterverlustes eine klare Rolle.

science.ORF.at/dpa

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