Standort: science.ORF.at / Meldung: "Langzeitisolation verändert Tag-Nacht-Rhythmus"

Zwei der sechs Mars-"Astronauten" testen die schweren Raumanzüge.

Langzeitisolation verändert Tag-Nacht-Rhythmus

Bei der spektakulären Raumfahrtsimulation Mars500 in Moskau haben Forscher erhebliche Veränderungen des Tag-Nacht-Rhythmus festgestellt. Messungen der Körpertemperatur legten nahe, dass die Probanden besser zu anderen Zeitpunkten gegessen, gearbeitet und geschlafen hätten als ihnen das von der Kommandozentrale vorgegeben wurde.

Raumfahrt 14.09.2011

"Wenn man lange Zeit bewusst gegen den eigentlichen Rhythmus verstößt, kann das nicht unerheblichen Stress auslösen", sagte Hanns-Christian Gunga vom Zentrum für Weltraummedizin in Berlin.

Schwankung der Temperatur

Bei dem Experiment verringerte sich die Schwankung der Körpertemperatur - der zirkadiane Rhythmus - bei den Teilnehmern von durchschnittlich 0,5 Grad deutlich um 0,2 Grad. "Das heißt, sie haben noch einen von außen vorgegebenen Rhythmus, aber der Körper macht etwas anderes", erklärte Gunga.

Die Freiwilligen leben seit eineinhalb Jahren abgeschottet in einem Container in Moskau. Das Experiment ist noch nicht abschließend ausgewertet. Ähnliche Untersuchungen gab es etwa bei Langzeitaufenthalten in der Antarktis. Dort gab es aber nach Gungas Angaben nicht solch "äußerst kontrollierte Bedingungen" wie bei Mars500.

science.ORF.at/APA/dpa

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