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Ein Jogger und ein Radfahrer vor einem blauen Himmel.

Sport senkt Sterberisiko um bis zu 40 Prozent

Regelmäßige Bewegung kann das Sterberisiko deutlich senken. Das zeigt eine Untersuchung von Wissenschaftlern der Universität Wien, die weltweit 80 Studien mit insgesamt 1,3 Millionen Teilnehmern analysiert haben.

Meta-Analyse 19.09.2011

Schon leichte bis mäßige körperliche Alltagsaktivitäten senken das Sterberisiko, intensives Ausdauertraining im Ausmaß von fünf Stunden wöchentlich kann dieses um bis zu 39 Prozent vermindern, heißt es in der Studie.

Die Studie:

"Domains of physical activity and all-cause mortality: systematic review and dose-response meta-analysis of cohort studies" ist im "International Journal of Epidemiology" erschienen (DOI: 10.1093/ije/dyr112).

Sterberisiko deutlich verringert

Günther Samitz vom Zentrum für Sportwissenschaften der Universität Wien hat in der Meta-Analyse weltweit verfügbare Einzelstudien zu dem Thema zusammengeführt. Ziel der Studie war es auch zu überprüfen, ob die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen 150 Minuten Bewegung pro Woche einen positiven Effekt bei der Verhinderung chronischer Krankheiten und vorzeitigem Tod haben.

Samitz' Team konnte bestätigen, dass die von nur rund einem Drittel der erwachsenen Europäer erfüllten Mindestvorgaben der WHO tatsächlich einen effektiven Gesundheitsnutzen haben. 2,5 Stunden moderate Bewegung pro Woche, so die Studie, führen zu einer Reduktion des Sterberisikos um rund zehn Prozent.

Unterschied zwischen Männern und Frauen

"Jede körperliche Aktivität ist also besser als keine und selbst banale Alltagsaktivitäten bewirken einen Überlebensvorteil. Mehr und intensivere Bewegung bringt aber einen höheren Gesundheitsnutzen", erklärte Samitz in einer Aussendung der Universität Wien. Selbst nur leichte bis mäßig intensive Alltagsaktivitäten helfen: Steigert man die wöchentliche Bewegungsdosis um eine Stunde, vermindert sich die Gesamtsterblichkeit um rund vier Prozent.

Ö1 Sendungshinweis:

Über Sportlerfamilien berichtete auch die Sendung "Moment am Sonntag" am 18. September 2011 um 18.15 Uhr.

Vor allem Frauen und ältere Personen würden stärker von mäßig intensiven Alltagsaktivitäten, wie Haushalts- oder Gartenarbeit und Besorgungen zu Fuß oder mit dem Fahrrad, profitieren. Warum das so ist, wissen die Wissenschaftler noch nicht. Der Unterschied zwischen Männern und Frauen könnte mit der Hormon- und Stoffwechselsituation der Frauen zusammenhängen.

Verletzungsrisiko beachten

Erhöht man das Ausmaß der mäßig angestrengten Bewegung auf 300 Minuten wöchentlich, reduziere sich das Sterberisiko um 19 Prozent. Durch ebenso langes, aber intensiveres Ausdauertraining kann diese Senkung sogar auf rund 39 Prozent gesteigert werden.

Sportwissenschaftler Samitz empfiehlt aber trotzdem, sich schrittweise an mehr Bewegung heranzutasten. Gerade bei Neueinsteigern sei bei starker körperlicher Belastung das Risiko für Verletzungen höher.

science.ORF.at/APA

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