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Studentinnen lernen auf einer Wiese sitzend

Auswahl bestimmt Ähnlichkeit

"Zeig mir deine Freunde, und ich sage dir, wer du bist." Der Satz gilt einer Studie zufolge nicht immer: Freunde sind einander nur dann sehr ähnlich, wenn sie genügend Wahlmöglichkeiten besitzen.

Freundschaften 22.09.2011

Menschen mögen in ihren Freundschaften und Beziehungen nicht nach Zwillingen suchen, Übereinstimmungen in Bezug auf Lebenshaltung und Charakter suchen sie dennoch. Angela Bahns vom Wellesley College, Massachusetts, hat nun mit zwei Kollegen untersucht, inwieweit die Tendenz zur "sortengleichen Paarung" von der Zahl möglicher Freunde abhängt.

"Social ecology of similarity: Big schools, small schools and social relationships", Group Processes and Intergroup Relations online (doi: 10.1177/1368430211410751).

Zu diesem Zweck verglichen sie zwei Colleges aus dem US-amerikanischen Mittelwesten, eines mit 500 sowie eines mit über 25.000 Studenten. Eine Befragung zeigte: Die von großen Campus stammenden Freunde waren einander deutlich ähnlicher. Die Forscher vermuten, dass dies mit der größeren Zahl der Wahlmöglichkeiten zusammenhängt.

Was die Qualität der Freundschaften betrifft, fanden Bahns und Kollegen jedoch keine Unterschiede. Die Freundschaften hielten an beiden Colleges gleich lange, die Studenten verbrachten gleich viel Zeit mit ihren Freunden und beurteilten die Beziehungen ähnlich positiv. Letztlich berge der Effekt eine gewisse Ironie in sich, schreiben die Forscher im Fachjournal "Group Processes and Intergroup Relations": "Je diverser die Rahmenbedingungen sind, desto homogener sind die Freundschaften."

science.ORF.at

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