Standort: science.ORF.at / Meldung: "Ölpest: Fischentwicklung gestört "

Brennende Ölplattform "Deepwater Horizon"

Ölpest: Fischentwicklung gestört

Durch die Explosion der Ölbohrplattform Deepwater Horizon im April 2010 gelangten rund 700 Millionen Liter Rohöl in den Golf von Mexiko. Die Verschmutzung führte zu Entwicklungsstörungen bei Fischen, berichten US-Forscher.

Umwelt 28.09.2011

Laut der im Fachjournal „PNAS“ veröffentlichten Studie sind auch geringe Mengen an Erdöl ausreichend, um biologische Veränderungen bei Killifischen (Fundulus grandis) auszulösen. Die Wissenschaftler studierten die Auswirkungen der Ölpest sowohl an erwachsenen Fischen als auch an Embryonen.

Dafür entnahmen sie 2010 entlang der Küste Wasserproben: Anfang Mai, bevor das Öl die Sumpfgebiete erreichte, Ende Juni, am Höhepunkt der Katastrophe, und Ende August, nachdem das Öl nicht mehr sichtbar war.

Ökosystem langfristig gestört

Nach Angabe der Forscher verursachen toxische Bestandteile des Rohöls eine Aktivierung diverser Stoffwechselgene. Dies führe zu Entwicklungsstörungen der Killifische und könne deren Fortpflanzungserfolg vermindern. Die Forscher stellten auch sichtbare morphologische Veränderungen fest: Die Kiemen der vom Öl belasteten Fische waren messbar kleiner.

Nachdem die Killifische wichtige Beutetiere anderer Fischarten sind, könnten sich die Störungen in der Population durch das Nahrungsnetz ausbreiten, kommentierte Lee Fuiman, Meeresbiologe an der Texas University, gegenüber der Zeitschrift "Nature".

Die Ölkatastrophe von 1989 in Alaska hat etwa gezeigt, dass eine Ölpest über Jahre hinweg Folgen für das umliegende Ökosystem hat. Das Öl, das aus dem Tanker Exxon Valdez ausgelaufen war, richtete auch in nicht-tödlichen Dosen ökologische Schäden an.

Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass noch weitere Untersuchungen notwendig seien, damit die langfristigen Folgen der Ölpest im Golf von Mexiko abgeschätzt werden können. Fernando Galvez, ein Koautor der Studie, untersucht nun, wie sich die hohen Konzentrationen an Kohlenwasserstoffen in den Sedimenten auf die Entwicklung der Killifische auswirkt.

Pia Melichar, Ö1-Wissenschaft

Mehr zu diesem Thema: