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Braune Bierflaschen

Sex mit Bierflaschen

Bei der Verleihung der Ig-Nobelpreise spielt Sex traditionell eine wichtige Rolle. Besonders dann, wenn er ins Absurde tendiert. Ausgezeichnet wurde heuer unter anderem eine Studie über Käfer, die mit Bierflaschen kopulieren.

Ig-Nobelpreise 30.09.2011

Die Ig-Nobelpreise sind die ironische US-Alternative zu den ernsthaften Nobelpreisen aus Schweden, die nächste Woche verliehen werden. Erstere wurden Donnerstagabend im Sanders Theatre der Harvard University überreicht - ein Video der Zeremonie gibt es hier zu sehen.

Seltsame Vorlieben

"Ich bin der Meinung, dass Wissenschaft auch für Laien verständlich sein muss. Humor ist eine gute Möglichkeit, um das zu erreichen - aus diesem Grund freue ich mich über diesen Preis", sagt Darryl Gwynne, Insektenforscher und aktueller Ig-Nobelpreisträger im Fach Biologie. Seine nun Ig-nobelierten Veröffentlichungen liegen schon knapp 30 Jahre zurück.

"Beetles on the Bottle: Male Buprestids Mistake Stubbies for Females (Coleoptera)" heißt etwa eine Arbeit, in der Gwynne mit seinem Fachkollegen David Rentz das einigermaßen bizarre Verhalten australischer Käfer beschrieb. Die Tiere halten geöffnete Bierflaschen offenbar für Weibchen und kopulieren mit dem Gebinde - allerdings nur dann, wenn sie braun sind. Andere Behältnisse finden sie völlig unerotisch.

"Meine Entdeckung war reiner Zufall", erzählte der Biologe von der University of Toronto gegenüber der BBC. "An sich beschäftige ich mich mit sexueller Selektion und der unterschiedlichen Evolution der Geschlechter. Hier hatte ich ein klassisches Beispiel dafür vor Augen, dass die Männchen bei der Partnersuche Fehler begehen." Die von Gwynne untersuchten Prachtkäfer haben seinen Angaben zufolge relativ zur Körpergröße gigantische Genitalien (fünf Zentimeter). Sie interpretieren die braunen Flaschen offenbar als überdimensionierte Artgenossinnen und lassen von ihnen nicht mehr ab. Das einseitige Liebesspiel endet tragisch: Die Käfer kopulieren, bis sie tot umfallen. "Überoptimaler Auslöser" nennen Verhaltensforscher so etwas.

Ö1-Sendungshinweis:

Über die Bekanntgabe der Nobelpreise 2011 berichten ab Montag, 3. Oktober die Ö1 Journale.

Der Wasabi-Wecker

Weitere ausgezeichnete Arbeiten: Wie man schlafende Menschen mit Wasabi aufweckt (Chemie); Harndrang macht entscheidungsschwach (Medizin); warum Diskuswerfen schwindelig macht - aber Hammerwerfen nicht (Physik); das Problem illegal geparkter Luxuslimousinen lässt sich lösen, indem man sie mit Panzern niederwalzt (Frieden); wie man Schildkröten zum Gähnen bringt (Physiologie); warum Menschen seufzen (Psychologie); sowie: Das Ende der Welt naht (irgendwann) - nur berechnen lässt es sich offenbar nicht (Mathematik).

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