Standort: science.ORF.at / Meldung: "Irdisches Wasser von Kometen"

Der Komet 103P/Hartley 2 in Nahaufnahme

Irdisches Wasser von Kometen

Kometen könnten Forschern zufolge Teile des heute vorhandenen Wassers auf die Erde gebracht haben. Das ergab eine Analyse des Wassers des Kometen 103P/Hartley 2 mit Hilfe des Weltraumobservatoriums "Herschel".

Kosmos 05.10.2011

Wasserlieferung aus dem All

Zur Studie in "Nature":

"Ocean-like water in the Jupiter-family comet 103P/Hartley 2" von Paul Hartogh et al.

Dass Asteroiden in der Frühzeit des Sonnensystems als Wasserlieferanten fungierten, werde schon lange vermutet, sagt Birgit Krummheuer, Sprecherin des Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) im Katlenburg-Lindau. Jetzt sei erstmals ein Komet identifiziert worden, dessen Wasser dem irdischen gleiche. Deshalb könne man davon ausgehen, dass auch Kometen als "Wasserlieferanten" für die Erde infrage kommen.

Kometen bestehen zu etwa 90 Prozent aus Wasser. Deshalb hätten einige wasserreiche Körper mit mehr als 1000 Kilometern Durchmesser ausgereicht, um sämtliches heute vorhandenes Wasser auf die Erde zu transportieren, sagte der Sonnensystemforscher Paul Hartogh, der die Untersuchungen geleitet hat.

Millionen Einschläge

Signatur des Wassers auf dem Kometen ähnelt jenem der Erde

NASA/JPL-Caltech/R. Hurt

Die Signatur des Wassers auf dem Kometen ähnelt jener irdischer Ozeane.

Es spreche jedoch vieles dafür, dass das Wasser eher mit zahlreichen kleineren Kometen auf die Erde gelangt ist. Alleine in der rund 300 Millionen Jahre dauernden Zeit des sogenannten Kometen-Bombardements (Large Heavy Bombardement) vor 4,1 bis 3,8 Milliarden Jahren könnten Millionen von Kometen auf unserem - zu Beginn vermutlich trockenen - Planeten eingeschlagen sein.

Der Komet 103P/Hartley 2 aus dem sogenannten Kuipergürtel am äußeren Rand des Sonnensystems hatte sich vor rund einem Jahr auf seinem Weg um die Sonne der Erde auf etwa 18 Millionen Kilometer genähert, so dicht wie nie zuvor seit seiner Entdeckung.

Deshalb seien vom Weltraumobservatoriums "Herschel" aus Messungen mit Spezialinstrumenten möglich gewesen, sagte Krummheuer.

science.ORF.at/APA/dpa

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