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Violette Strahlen auf schwarzem Grund

CERN weist Kritik zurück

Gibt es Teilchen, die schneller fliegen als das Licht? CERN-Generaldirektor Rolf Heuer hat am Donnerstag Kritik am Experiment Opera zurückgewiesen, das auf die Existenz von Überlichtgeschwindigkeit hinzudeuten scheint.

Überlichtgeschwindigkeit 07.10.2011

"Wir sind korrekt vorgegangen", verteidigte Heuer die Forscher, die das Experiment durchgeführt hatten. Sie hatten in einem unterirdischen Labor in den italienischen Abruzzen nach Neutrinos gespäht, die im rund 730 Kilometer entfernten CERN erzeugt und auf die Reise geschickt worden waren.

Kein Fehler entdeckt

Das Messergebnis hatte die Physiker am CERN selber verblüfft. Denn die geisterhaften Elementarteilchen schienen im Mittel rund 60 Nanosekunden früher aufzutauchen als erwartet. Die ultraleichte Elementarteilchen waren damit in dem Experiment rund 0,025 Promille schneller als das Licht. Die Lichtgeschwindigkeit gilt nach Albert Einstein als die oberste Geschwindigkeitsgrenze im Universum und war bisher in keinem Experiment durchbrochen worden.

Die Forscher suchten nach einem Fehler, aber sie fanden keinen. Falls sich die Messungen bestätigen sollten, könnten sie das physikalische Weltbild komplett verändern. In der Hoffnung auf eine Erklärung wollten die CERN-Forscher deshalb die Beobachtungen in der Fachwelt diskutieren und haben sie dazu im Internet veröffentlicht. Heuer glaubt nicht, dass mit dem Vorgehen der Ruf seines Labors beschädigt werden könnte.

Wiederholung steht noch aus

Das CERN sei wissenschaftlich korrekt vorgegangen. Zuerst sei die wissenschaftliche Publikation erfolgt, danach die Medieninformation und schließlich sei das Seminar gekommen, sagte Heuer am Donnerstag in Genf vor dem Club der Auslandjournalisten. Andere Wissenschaftler hatten das CERN kritisiert, weil es die Öffentlichkeit über die Messergebnisse orientiert habe, noch bevor sie in einem weiteren Experiment bestätigt worden seien.

Nur zwei Labors sind in der Lage, die Tests aus dem größten Physiklabor der Welt - dem CERN - zu wiederholen und damit die Ergebnisse allenfalls zu bestätigen. Eines ist das Fermilab außerhalb von Chicago, das zweite in Japan ist wegen des Tsunamis und des Erdbebens im März im Moment nicht in Betrieb.

science.ORF.at/APA/sda

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