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Pillen auf einer Hand.

Vitaminpillen & Co. können gefährlich sein

Weniger ist mehr: Dieser Satz gilt auch für die Einnahme von Vitaminpillen und anderen Nahrungsergänzungsmitteln. Laut einer aktuellen Studie steigern sie bei älteren Frauen sogar leicht das Todesrisiko.

Medizin 11.10.2011

Der Ernährungswissenschaftler Jaakko Mursu von der Universität von Ostfinnland und Kollegen haben dabei Daten einer US-Studie mit knapp 40.000 Frauen, die im Schnitt 61 Jahre alt waren, ausgewertet. Die Frauen haben dabei selbst angegeben, welche Nahrungsergänzungsmittel sie in einem Zeitraum von knapp 20 Jahren zu sich genommen hatten.

Die Studie:

"Dietary Supplements and Mortality Rate in Older Women" von Jaakko Mursu und Kollegen ist in der Fachzeitschrift "Archives of Internal Medicine" erschienen.

Statistisch erhöhte sich ihre Todeswahrscheinlichkeit bei fast allen untersuchten Substanzen - Multivitaminpillen, Folsäure, Vitamin B6, Zink, Kupfer, Magnesium, Eisen - um einige Prozent. Nur Kalzium bildete eine Ausnahme und reduzierte ihr Todesrisiko leicht.

Nicht zur Vorbeugung verwenden

Der Schluss der Forscher: "Es gibt wenig Rechtfertigung für den allgemeinen und weitverbreiteten Einsatz dieser Nahrungsergänzungsmittel."

Sie raten dazu, die Pillen nur dann zu verwenden, wenn sie von einem Arzt empfohlen werden. Als selbst verordnete Vorbeugungsmaßnahme könnten sie mehr schaden als nutzen. Die nötigen Vitamine und Mineralstoffe sollten durch eine ausgewogene Ernährung aufgenommen werden.

science.ORF.at

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