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Nacktmull in Nahaufnahme

Warum Nacktmulle keinen Krebs kriegen

In gewisser Hinsicht wollen wir alle wie Nacktmulle sein: Die mausgroßen Nagetiere werden ungewöhnlich alt - 30 Jahre nämlich - und bekommen keinen Krebs. Eine Genstudie soll klären, warum das so ist.

Genetik 13.10.2011

Forscher haben nun im Fachblatt "Nature" das Nacktmull-Genom erstmals vorgestellt. Erste Analysen weisen auf genetische Besonderheiten hin, die mit der erstaunlichen Widerstandskraft der Tiere in Zusammenhang stehen könnten, berichten die Forscher um Vadim Gladyshev von der amerikanischen Harvard Medical School in Boston.

Ebenfalls im Fachblatt "Nature" vorgestellt wurde ein groß angelegter Genom-Vergleich von 29 Säugetierarten, darunter etwa Menschen, Elefanten und Igel. Die Ergebnisse sind - wie im Fach "Genomics" üblich - abstrakt und ohne Computer kaum darstellbar. Einige wenige anschauliche Ergebnisse gibt es dennoch: Etwa 4,2 Prozent des Säugetiergenoms sind über die Artengrenzen hinweg konserviert. Diese "Schnittmenge" aller Säuger-Genome dürfte Forschern zufolge besonders wichtig sein.

Und noch eine aktuelle Genom-Studie. Ein Vergleich des Braunbär-Erbgutes mit jenem des Eisbären zeigt: Der letzte gemeinsame Vorfahre der beiden Arten lebte vor rund einer Million Jahren. Die genetischen Unterschiede zwischen den beide Spezies sind größer als erwartet. "Das ist eine hervorragende Basis, um die genetische Anpassung dieser Arten an unterschiedliche Klimabedingungen zu erforschen", sagte Axel Janke vom Frankfurter Biodiversität und Klima Forschungszentrum, einer der Studienautoren.

science.ORF.at/dpa

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