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hochzeitsfoto eines glücklichen Paars

Mehr Geld, mehr Probleme

Wem persönlicher Besitz besonders wichtig ist, hat mit seinem Partner eher Probleme. Dies ist der Schluss einer US-Studie, die materialistische Lebenseinstellungen von Eheleuten untersucht hat. Selbst wenn beide gleich denken, ändert das nichts.

Partnerforschung 13.10.2011

"Paare, bei denen beide materialistisch eingestellt sind, sind in nahezu jeder Hinsicht schlechter dran", sagt der Familienforscher Jason Carroll von der Brigham Young University. "Sie kommunizieren weniger gut miteinander, bewältigen Konflikte schlechter und beziehen sich auch weniger aufeinander."

Die Studie:

"Materialism and Marriage: Couple Profiles of Congruent and Incongruent Spouses" ist im " Journal of Couple & Relationship Therapy" erschienen.

Carroll und Kollegen haben die Daten von über 1.700 verheirateten Paaren der Relate Study verwendet, bei der die Teilnehmer nach ihren prinzipiellen Einstellungen befragt werden - u.a. auch nach der Wichtigkeit vom Besitz materieller Güter für das eigene Lebensglück.

Konfliktfeld Geld

Es zeigte sich, dass Paare mit zwei nicht-materialistischen Partnern die glücklichste Beziehung führen. Sie dauert im Schnitt länger, Frau und Mann sind eher zufrieden und können auch besser miteinander reden. (Sie verfügen laut Studie aber auch über das geringste Einkommen.)

Ist einer der beiden Partner mehr und der andere weniger besitzorientiert, dann wirkt sich das negativ auf die untersuchten Faktoren aus. Am wenigsten zufrieden sind Paare, die eigentlich eine Gemeinsamkeit haben, nämlich die Liebe zu Besitz.

Obwohl diese - rund 20 Prozent der Befragten - finanziell eigentlich besser gestellt sind, wird Geld bei ihnen öfter zum Anlass für Konflikten. Allgemein, so betonen die Forscher, ist es aber nicht das tatsächliche Einkommen, das mit der Qualität einer Beziehung zusammenhängt, sondern der subjektive Eindruck. Mit anderen Worten: Auch wer genug Geld hat, kann glauben, noch zu wenig zu haben. Und das kann zum Schlachtfeld für Beziehungen werden.

Lukas Wieselberg, science.ORF.at

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