Standort: science.ORF.at / Meldung: "Masernviren fliegen durch die Luft "

Eine vom Masern-Virus infizierte Zelle

Masernviren fliegen durch die Luft

Dass es sich bei den Masern um eine hoch ansteckende Krankheit handelt, dürfte nicht zuletzt an der Verbreitung der Erreger liegen: Die Viren werden vom typischen Masernhusten in die Umgebung geschleudert und von den Umstehenden eingeatmet.

Husten 03.11.2011

Weltweit sterben rund 120.000 Menschen jährlich an den Folgen der Masern. "Verblüffend, dass bisher nicht im Detail bekannt war, wie das Virus in den Körper gelangt", schreibt das an der Studie beteiligte Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in einer Aussendung.

Infizierte Zellen wandern in Organe

Klar war, dass die Viren mit Hilfe eines bestimmten Rezeptors Zellen in den Atemwegen infizieren. Diese virusbeladenen Zellen wandern über die Lymphknoten in die Organe, wo sie sich vermehren. "Wie aber die Erreger in die Atemwege zurückgelangen, um schließlich den Weg nach außen zu nehmen, blieb bisher ein Rätsel."

PEI-Forscher Michael Mühlebach hat nun mit Kollegen aus den USA, Kanada, Singapur und Frankreich das Geheimnis gelüftet: Das Forscherteam identifizierte ein sogenanntes Transmembranprotein namens Nectin-4 als "Schuldigen".

"Diese Erkenntnis kann möglicherweise auch dazu beitragen, den Einsatz von Masernviren in der Krebstherapie zu verbessern", teilte das PEI mit. In Studien wurde gezeigt, dass die Partikel Tumore schrumpfen lassen. Indem sie sich in Tumorzellen vermehren, lösen sie deren Zelltod aus.

science.ORF.at/dpa

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