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Schematisierte Viren

Eine Rangliste der Krankheitserreger

Deutsche Forscher haben die bisher umfassendste, nach objektiven Kriterien zusammengestellte Rangliste von Krankheitserregern erstellt. 127 Erreger wurden dabei nach ihrer Bedeutung für die Erforschung und Überwachung des Auftretens von Krankheiten gereiht.

Medizin 07.11.2011

Das soll auch helfen, die Mittel des Gesundheitswesens effizienter einzusetzen. "Es galt, Erreger von Infektionen in Deutschland nach Wichtigkeit zu klassifizieren und zwar in nachvollziehbarer Weise, nach definierten Kriterien, nicht zuletzt, um Ressourcen gezielt zu nutzen", erklärte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) Reinhard Burger.

Wichtigste Gruppe mit HIV, Influenza, E.coli

Ergebnis der Bewertung ist eine Einteilung der Erreger in vier Prioritätsgruppen. Die Gruppe mit der höchsten Priorität umfasst 26 Erreger. Darunter sind solche, die seit Jahren bereits einen großen Raum im Öffentlichen Gesundheitsdienst und im Infektionsschutz einnehmen, wie HIV, Influenza, Legionellen, Masern oder Tuberkulose, aufgenommen sind weiters Escherichia coli-Keime, welche Shiga-Toxin bilden und das HUS-Syndrom auslösen können (EHEC 104 etc.). Eine solche Krankheitswelle hat im Frühjahr 2011 in Deutschland tausende Patienten betroffen.

In dieser Gruppe finden sich weiters Erreger, die häufig im Krankenhaus übertragen werden oder aufgrund von Resistenzen mit Antibiotika schwer zu behandeln sind, zum Beispiel Klebsiella oder Staphylococcus aureus (einschließlich der multiresistenten S. aureus, MRSA). Auch Erreger, die in der Öffentlichkeit bisher eher weniger wahrgenommen wurden, wie Campylobacter (führen häufig zu Infektionen durch Nahrungsmittel), Helicobacter pylori oder das Respiratorische Synzytial Virus, (RSV) erhielten die höchste Priorität.

Zehn Bewertungskriterien

Nach Erstellung einer Liste mit 127 in Deutschland vorkommenden Krankheitserregern wurden zehn Bewertungskriterien entwickelt, darunter durch sie bedingte Sterblichkeit, Häufigkeit, Krankheitslast und Therapiemöglichkeiten. An der Analyse nahmen 72 deutsche Experten von verschiedenen Stellen und Forschungseinrichtungen teil.

science.ORF.at/ APA

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