Standort: science.ORF.at / Meldung: "Bakterienfilm schützt Ameisen vor Pilzbewuchs"

Ameisen, die sich von Honig ernähren

Bakterienfilm schützt Ameisen vor Pilzbewuchs

Blattschneiderameisen tragen an ihrem Körper Bakterien, die sie vor Infektionen mit bestimmten Pilzen schützen. Die Bakterien bilden Stoffe, die das Wachstum der Pilze unterdrücken. Entfernt man den Bakterienfilm mit Hilfe eines Antibiotikums, werden die Insekten anfälliger für Infektionen.

Biologie 30.11.2011

Besonders gefährdet sind die Ameisen durch den Pilz Metarhizium anisopliae, der überwiegend im Boden vorkommt und seine Wirtstiere langsam tötet, berichten Thalles Mattoso von der State University of North Fluminense (Rio de Janeiro/Brasilien) und Kollegen.

Die Studie:

"Symbiotic bacteria on the cuticle of the leaf-cutting ant Acromyrmex subterraneus subterraneus protect workers from attack by entomopathogenic fungi" ist in den "Biology Letters" der britischen "Royal Society" erschienen (doi:10.1098/rsbl.2011.0963).

Gute und schlechte Pilze

Blattschneiderameisen wie Acromyrmex subterraneus sind dafür bekannt, in ihren Nestern ausgedehnte Pilzgärten anzulegen. Von diesen ernähren sie sich. Zum Züchten der Leucoagaricus-Pilze zerschneiden die Ameisen Blätter mit ihren großen Mundwerkzeugen, zerkauen die Stücke und formen daraus Kügelchen. Haufen dieser Kügelchen dienen den Pilzen als Nährboden.

Von dieser Verbindung profitieren nicht nur die Ameisen, sondern auch die Pilze: Die Ameisen halten die Pilzgärten penibel sauber und schützen den Pilz davor, von einer anderen Pilzart verdrängt oder infiziert zu werden.

Frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass die Ameisen in bestimmten Drüsen Substanzen bilden, die Bakterien und andere Schädlinge bekämpfen. Von den Bakterien am Körper war angenommen worden, diese wirkten gegen Pilze, die den Leucoagaricus-Gärten schaden könnten. Die Forscher konnten nun zeigen, dass es auch die Ameisen selbst sind, die geschützt werden.

science.ORF.at/APA/dpa

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