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Wodkaflasche und drei Schnapsgläser

Nun amtlich: Alkohol führt zu riskantem Sex

Mitunter erforscht die Wissenschaft auch das Offensichtliche: Je mehr Alkohol jemand trinkt, desto eher neigt er oder sie zu ungeschütztem Sexualverkehr, heißt es in einer aktuellen Studie.

Medizin 12.12.2011

Weil sich dadurch HIV am meisten verbreitet, sollte dieser Aspekt bei Vorbeugungsmaßnahmen beinbezogen werden. Und deshalb gibt es auch die Studie eines internationalen Forscherteams.

Die Studie:

"Alcohol consumption and the intention to engage in unprotected sex: Systematic review and meta-analysis of experimental studies" erscheint in der Jänner-Ausgabe der Fachzeitschrift "Addiction" (doi:10.1111/j.1360-0443.2011.03621.x).

Dafür wurde der Zusammenhang von Sex und Alkoholeinfluss in zwölf Experimenten systematisch untersucht. Die Studienteilnehmer wurden zufällig in zwei Gruppen unterteilt, die eine erhielt Alkohol, die andere nicht. In verschiedenen Schritten wurden sie dann befragt, wie sehr sie zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr bereit wären. Es zeigte sich, dass sich die Wahrscheinlichkeit dafür pro 0,1 Promille Alkohol im Blut um fünf Prozent steigert.

"Alkohol beeinflusst die Entscheidungsprozesse", fasst Erstautor Jürgen Rehm von der Universität Toronto die Studienergebnisse zusammen. "Er hängt kausal mit der Bereitschaft zu ungeschütztem Sex zusammen, und das sollte als Hauptfaktor für Vorbeugemaßnahmen gegen HIV in Betracht gezogen werden."

science.ORF.at

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