Standort: science.ORF.at / Meldung: "Unbekannte Arten im tiefen Ozean entdeckt"

Anemonen in der Tiefsee in der Nähe der tiefsten Unterwasser-Geysire

Unbekannte Arten im tiefen Ozean entdeckt

Augenlose Krabben, schlangenähnliche Fische und Seeanemonen mit weißen Fangarmen - in rund 5000 Meter Tiefe haben britische Forscher in der Karibischen See nahe der Cayman-Inseln bisher unbekannte Tierarten entdeckt.

Artenvielfalt 11.01.2012

Die Meerestiere leben rund um heiße Unterwasser-Thermalquellen, sogenannten Schwarzen Rauchern. Das Wasser ist laut der Studie in dieser Zone sehr reich an Mineralstoffen, etwa Kupfer, und kann Temperaturen von bis zu 450 Grad Celsius erreichen.

Unerforschtes Tiefseeleben

Die Studie in "Nature Communications":

"Hydrothermal vent fields and chemosynthetic biota on the world's deepest seafloor spreading centre" von Douglas P. Connelly et al.

Veröffentlicht wurde die Studie von dem Geologen Doug Connelly vom Nationalen Britischen Zentrum für Ozeanographie und dem Biologen Jon Copley, der an der Universität in Southampton lehrt. Sie hatten im vergangenen Jahr mit einem Forscherteam die Meerestiefen in der fraglichen Zone erkundet - mit Hilfe eines Tauch-Roboters.

Rimicaris hybisae, neuentdeckte Shrimpsart bei den Cayman-Isles

University of Southhampton, NOC

Die neu entdeckte Krabbe Rimicaris hybisae.

Dank einer an dem Roboter befestigten Kamera erhielten die Wissenschaftler Bilder von bisher unbekannten Arten. So entdeckten sie gespenstisch blasse Krabben (Rimicaris hybisae), die eng aneinander in Spalten des Vulkangesteins leben - bis zu 2000 Exemplare pro Quadratmeter. Diese Krabben haben anstelle von Augen ein lichtempfindliches Organ auf dem Rücken, das ihnen hilft, sich im dunklen Wasser fortzubewegen.

Eine verwandte Art - Rimicaris exoculata - war bereits rund 4000 Kilometer entfernt in den Tiefen des Atlantiks ausgemacht worden - im Gebiet des so sogenannten Mittelatlantischen Rückens. Ein Ziel der Studie sei es, herauszufinden, wie sich Arten in den Meerestiefen ausbreiten und sich entwickeln, erläuterte Copley.

Außerdem entdeckte das Team eine Reihe anderer Arten, die bislang unbekannt waren. Dazu gehören hunderte von Anemonen, die sich mit langen, weißen Fangarmen an den Spalten des Vulkangesteins festsaugen, schlangenähnliche Fische, Schnecken und winzige Schalentiere, die Fliegen ähneln.

science.ORF.at/APA/AFP

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