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Brechende Meereswelle

Golfstrom erwärmt sich schneller als Atlantik

Während der Golfstrom im Laufe der vergangenen 100 Jahre um etwa 1,2 Grad Celsius wärmer geworden ist, waren es im Atlantik "nur" 0,4 Grad. Laut einer Analyse, die auf Beobachtungsdaten und Simulationen beruht, trifft das Phänomen auch auf andere schnelle Randströmungen in anderen Ozeanen zu.

Klima 30.01.2012

Strömungen vor Japan und Australien sind davon ebenso betroffen wie solche vor Brasilien und dem südlichen Afrika, berichten Martin Visbeck vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (Geomar) und seine Kollegen in einer Studie.

Die Studie:

"Enhanced warming over the global subtropical western boundary currents" von Lixin Wu und Kollegen ist in "Nature Climate Change" erscheinen.

Sorgt für gemäßigtes Klima

Der Golfstrom ist eine der stärksten Meeresströmungen. Die von ihm von Amerika nach Europa transportierte Wärme ist für das vergleichsweise milde Klima in Mittel- und Nordeuropa verantwortlich. Die warme Meeresströmung hat ihren Ursprung im Golf von Mexiko und transportiert bis zu 100 Millionen Kubikmeter Wasser je Sekunde an der amerikanischen Ostküste entlang nach Norden.

Die Forschergruppe hatte untersucht, inwieweit sich solche warmen Strömungen im Laufe des vergangenen Jahrhunderts verändert haben. Das Ergebnis: Die Erwärmung dieser Stromsysteme fällt besonders stark aus und geht mit einer leichten, polwärtigen Verlagerung ein. Dies könne auch Konsequenzen für die Aufnahme von Kohlendioxid im Ozean haben, die bei höheren Temperaturen geringer ausfällt, hieß es.

Veränderung der globalen Ozeanzirkulation

"Wir haben insgesamt acht verschiedene globale Beobachtungsdatensätze der Temperatur angeschaut sowie Meeresströmungen mit Hilfe eines hochauflösenden Ozeanmodells unter Nutzung von Beobachtungsdaten simuliert", erläuterte Visbeck. "Mit dieser Studie konnten wir zeigen, dass alle westlichen Randstromregionen über die letzten 100 Jahre eine deutlich stärkere Erwärmung als das globale Mittel zeigen." Die Gründe dafür seien noch nicht vollständig klar.

"Alles deutet auf eine Veränderung der globalen Ozeanzirkulation durch den Klimawandel hin mit expandierenden Subtropen", äußerte Visbeck. Zur weiteren Ursachenforschung sagte er: "Der Patient Ozean braucht eine Art Langzeit-EKG, denn mit sporadischen Messungen werden wir die Ursache nur sehr schwer finden".

science.ORF.at/APA/dpa

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