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Pillen auf einer Hand.

Deutschland: Jeder 20. Student dopt sein Gehirn

Jeder 20. Student wirft sich Pillen ein, um seine Leistung zu steigern und dem Uni-Stress besser standzuhalten. Weitere fünf Prozent versuchen laut einer Studie sich mit Vitaminen, pflanzlichen Substanzen oder Koffein aufzuputschen.

Suchtgefahr 31.01.2012

Das geht aus einer repräsentativen Untersuchung des HIS-Instituts für Hochschulforschung im Auftrag des deutschen Bundesgesundheitsministeriums hervor. Besonders verbreitet sei das sogenannte Hirndoping unter Tiermedizinern (18 Prozent) Sportwissenschaftlern (14 Prozent) und Humanmedizinern (sieben Prozent), erläuterte die Autorin Elke Middendorff in Hannover.

Online, über Freunde oder Ärzte

Studie online:

Die Studie steht online zum Download bereit.

Ausgewertet wurden die Angaben von knapp 8.000 Studierenden. Die Erhebung erfolgte von Dezember 2010 bis Januar 2011. An ihr beteiligten sich nach Forscherangaben 31 Prozent der Mitglieder des Online-Befragungsforums Hisbus. Es umfasst einen festen Stamm an Studierenden, die regelmäßig zu unterschiedlichen Themen befragt werden.

Die Studenten beziehen die Schmerz-, Beruhigungs- oder Aufputschmittel von Freunden, illegal über Internet-Apotheken oder lassen sie sich vom Arzt verschreiben. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen in Hamm verurteilt Hirndoping als "sinnlos, riskant und teuer". So führe etwa die Einnahme von Antidepressiva nicht zur gewünschten Wirkung, sondern verschlechtere sogar die Leistungsfähigkeit.

Ältere dopen öfter

Hirndoping sei unter Studenten insgesamt nicht weiter verbreitet als in der Gesamtbevölkerung, betonte die Soziologin Middendorff. Auffällig sei allerdings, dass ältere angehende Akademiker, die möglicherweise bereits in Prüfungen gescheitert sind, überdurchschnittlich häufig zu Medikamenten oder Cannabis greifen. Zwölf Prozent der 28- bis 29-Jährigen haben der Studie zufolge Erfahrung mit Hirndoping.

Wer versucht, sich mit Medikamenten aufzuputschen, trinkt oftmals auch viel Alkohol und raucht. "Es sind häufig typische Suchtcharaktere", sagte die Autorin der Studie. Erst eine Wiederholung der Befragung in einigen Jahren könne Aufschluss darüber geben, ob Hirndoping an den Unis tatsächlich auf dem Vormarsch ist, wie einige Lehrende beobachten.

science.ORF.at/APA/dpa

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