Standort: science.ORF.at / Meldung: "Spinnennetze sind leicht zu reparieren"

Spinnennetz in Nahaufnahme

Spinnennetze sind leicht zu reparieren

Die Strapazierfähigkeit von Spinnennetzen könnte nach Einschätzung von US-Forschern als Vorbild für technologische Neuerungen dienen. Es sei nicht nur die bekannte Widerstandskraft der einzelnen Fäden des Netzes, die sie so haltbar mache, sondern auch ihre raffinierte Architektur.

Biotechnologie 02.02.2012

Im Falle eines starken Schocks könne die Spinne so einen begrenzten Teil des Netzes aufgeben, die Gesamtstruktur aber erhalten.

Gesamtstruktur bleibt intakt

Die Studie in "Nature":

"Nonlinear material behaviour of spider silk yields robust webs" von Steven W. Cranford et al.

Simulation der Deformation eines Spinnennetz

Simulation picture by S. Cranford & M.J. Buehler/MIT, photographic image by Francesco Tomasinelli & Emanuele Biggi.

Simulierte Deformation eines Spinnennetz.

Die Spinne kann den Forschern zufolge in der Regel "eher reparieren als wieder neu aufbauen". Damit spare sie viel Energie. Dieser Effekt sei in der bisherigen Untersuchung und Bewunderung der Spinnennetze zu kurz gekommen. Für die neue Studie unter der Leitung von Markus Buehler vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) wurden klassische Beobachtungen an Spinnennetzen mit Computer-Simulationen ergänzt. Dabei zeigte sich, dass die Fäden des Netzes "stärker als Stahl" und als das wegen seiner hohen Zugfähigkeit patentierte Material Kevlar seien, sagte Buehler.

Spinnennetz unter Belastungsprobe:

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Die sternförmig vom Zentrum ausstrahlenden Fäden des Spinnennetzes, die diesem die Grundstruktur geben, sind von anderer Beschaffenheit als die Querverbindungen. Während die Querfäden klebrig sind, um die Beute einfangen zu können, sind die Hauptfäden seidig. Ihre molekulare Struktur gibt ihnen die Möglichkeit, phasenweise ihre Elastizität zu erhöhen oder sich zu verhärten. Wo immer ein Faden reißt, bleibt die Gesamtstruktur intakt. Mit ihren Computer-Simulationen meinten die Forscher Modelle entwickelt zu haben, die es ermöglichen würden, von Spinnennetzen ähnlich viel zu lernen wie von Kletten für Klettverschlüsse oder von Geckos für starke Hafteffekte.

science.ORF.at/APA/AFP

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