Standort: science.ORF.at / Meldung: "Physiker lösen Frisurproblem"

Pferdeschwanz einer Tennisspielerin

Physiker lösen Frisurproblem

Die "Physical Review Letters" gelten als das Renommierjournal der Physikergemeinde. Hin und wieder werden aber auch dort abseitige Erkenntnisse veröffentlicht. Nun erschienen: ein Bericht über die Physik des Pferdeschwanzes.

"ponytail equation" 13.02.2012

Was der Cambridge-Physiker Raymond Goldstein mit seinen Mitarbeitern in einer aktuellen Studie schreibt, ist allem Anschein nach durchaus ernst gemeint. Die "ponytail equation" löse ein Problem, das schon Leonardo da Vinci beschäftigt habe, heißt es da. Nämlich die Frage, warum ein Zopf mal fächer-, mal bogenförmig sei oder schlicht geradlinig wachse. Und falls sich jemand diese Frage noch nicht gestellt hat - nun ja, der Forschergeist kennt keine Grenzen, Frisuren vermögen ihn jedenfalls nicht zu bändigen.

Die Studie

"The Shape of a Ponytail and the Statistical Physics of Hair Fiber Bundles", Physical Review Letters, 13.2.2012 (Preprint).

Die Gleichung, mit der sich ebenjenes Formproblem lösen lässt, berücksichtigt unter anderem die Lockigkeit und Elastizität des Haares sowie eine Maßzahl, die sich, kein Scherz, Rapunzel-Zahl nennt: Sie beschreibt das Verhältnis von Gravitationswirkung und Haarlänge. Die Formel erklärt laut Angabe der Autoren auch das Verhalten anderer Faserstrukturen, wie etwa Wolle oder Fell.

Gut möglich, dass Goldstein und Kollegen im kommenden Herbst einen Auftritt im Sanders Theatre der Harvard University zu absolvieren haben. Dort werden traditionell die Ig-Nobelpreise für kuriose Wissenschaft vergeben.

Robert Czepel, science.ORF.at

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