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Grafische darstellung des Gehirns

Spiegel lindert Phantomschmerzen

Die "Spiegeltherapie" hilft Patienten nach der Amputationen von Gliedmaßen: Sie verringert chronische Phantomschmerzen, wie ein Forscherteam der MedUni Wien herausgefunden hat.

Neurologie 21.02.2012

Im Rahmen der Studie absolvierten acht Beinamputierte insgesamt zwölf Spiegeltherapiesitzungen, bei denen Funktionsbewegungen des gesunden Beins durchgeführt wurden. Bei der Therapie positionieren die Patienten den Körper so vor einen Spiegel, dass sie nur noch das vorhandene Bein sahen, nicht aber den Stumpf.

Die Bewegung des gesunden Beines gaukelte dem Gehirn gewissermaßen vor, der fehlende Körperteil sei jener im Spiegel - und daher wieder vorhanden.

"Gehirn hat umgelernt"

Studie

"Mirror Therapy in Lower Limb Amputees - A Look Beyond Primary Motor Cortex Reorganization", Fortschritt Röntgenstrahlen (DOI: 10.1055/s-0031-1281768).

Vor der ersten und nach der letzten Sitzung wurden Messungen per funktioneller Magnetresonanztomographie durchgeführt: Die Intensität des Phantomschmerzes verringerte sich deutlich, die zeigten Patienten außerdem nach der Therapie eine deutlich erhöhte Aktivität im Stirn- und Schläfenlappen.

"Diese Zentren sind eigentlich nicht primär für die Motorik zuständig", erklärte Studienautor Stefan Seidel von der Wiener von der Universitätsklinik für Neurologie. Offenbar aktiviere das Gehirn nach der Amputation ein "Motor-Netzwerk", welches das "echte" Zentrum für die Motorik der verlorenen Extremität ersetzt: "Das Gehirn hat nach einiger Zeit umgelernt."

science.ORF.at/APA

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