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Porträtfoto von Anton Zeilinger

ERC-Preisträger fordern mehr Geld

Nachdem über dem Institute of Science and Technology (IST) Austria das budgetäre Füllhorn ausgeschüttet wurde, verlangen nun Spitzenforscher auch für die Universitäten mehr finanzielle Unterstützung.

Offener Brief 16.03.2012

"Die von den Universitäten eingeworbenen Drittmittel für Grundlagenforschung sollten - ebenso wie beim IST Austria - verdoppelt werden", schreiben zahlreiche an Unis beschäftigte ERC-Preisträger am Freitagnachmittag in einem Offenen Brief.

Sie haben in den vergangenen Jahren gegen Konkurrenz aus ganz Europa einen Förderpreis des Europäischen Forschungsrats (European Research Council, ERC) erhalten.

"Exzellente Forschung auch an Unis verankern"

Die ERC-Preisträger zeigen sich in dem an Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle und Finanzministerin Maria Fekter (beide ÖVP) gerichteten Brief erfreut "über das klare Bekenntnis der Bundesregierung und des Landes Niederösterreich zur Förderung exzellenter Grundlagenforschung".

Sie bescheinigen dem IST Austria durchaus "Leuchtturmcharakter", das Institut sei jedoch "nicht unbedingt substanzbildend für einen Wissenschaftsstandort". Vielmehr sei es entscheidend, ob es gelinge, "exzellente Forschung auch an den Universitäten dauerhaft zu verankern", so die Top-Forscher, die dafür eine Änderung der Rahmenbedingungen notwendig sehen.

Bisher werde exzellente Forschung zu wenig bei den Ziel- und Leistungsvereinbarungen mit den Unis berücksichtigt, kritisieren die ERC-Preisträger und schlagen deshalb die Verdoppelung der von den Unis eingeworbenen Drittmittel für Grundlagenforschung vor. Konkret sollte der Wissenschaftsfonds FWF entsprechend finanziell ausgestattet werden, der "ein exzellentes Instrument zur Verteilung der Forschungsmittel" nach dem höchsten Standard darstelle.

Eine solche Verdopplung würde den Universitäten den finanziellen Spielraum geben, sich international sichtbarer und attraktiver zu positionieren. Die Spitzenforscher erwarten sich davon mittelfristig auch höhere Plätze in den internationalen Universitätsrankings. "Nur eine nachhaltige und substanzbildende Förderung kann Österreich langfristig einen Spitzenplatz in der Forschung sichern", heißt es in dem von bisher 26 ERC-Preisträgern unterzeichneten Brief.

Dazu zählen u.a. Silke Bühler-Paschen (TU Wien), Tecumseh Fitch (Uni Wien), Alwin Köhler (Medizinuni Wien), Monika Ritsch-Marte (Medizinuni Innsbruck), Christian Schlötterer (Veterinärmedizinische Universität Wien), Falko Netzer (Uni Graz) und Anton Zeilinger (Uni Wien). Letzerer ist übrigens einer der geistigen Väter des IST Austria. Die Gründung der naturwissenschaftlichen "Exzellenz-Universität" geht unter anderem auf seine Initiative zurück.

science.ORF.at/APA

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