Standort: science.ORF.at / Meldung: "Magnetschweif ohne Magnetfeld"

Radarbild des Planeten Venus.

Magnetschweif ohne Magnetfeld

"Magnetische Rekonnexion" nennen Physiker jenen Vorgang, der auf der Erde zum Entstehen von Polarlichtern führt. Auf der Venus gibt es ein ähnliches Phänomen - obwohl sie kein Magnetfeld besitzt.

Venus 06.04.2012

Wie ein Team unter Beteiligung Grazer Forscher im Fachblatt "Science" berichtet, besitzt die Venus vielmehr einen Magnetschweif: Er entsteht durch die Wechselwirkung der Venus-Ionosphäre mit Sonnenwinden. "Magnetische Rekonnexion wurden bereits auf allen von Raumsonden besuchten Planeten beobachtet - nur auf der Venus hat der Nachweis bisher gefehlt", sagt Wolfgang Baumjohann, Direktor des Grazer Instituts für Weltraumforschung (IWF) und Co-Autor der Studie.

Die Studie

"Magnetic Reconnection in the Near Venusian Magnetotail", Science (doi: 10.1126/science.1217013).

Das Messgerät, das diese neue Erkenntnis über unseren Nachbarplaneten lieferte, ist ein Magnetometer, das unter der Federführung des IWF entwickelt wurde und nun bereits seit 2006 an Bord von "Venus Express" die Venus umkreist. "Das Magnetometer ist während jedes Umlaufs durchgehend eingeschaltet und liefert unermüdlich neue Messergebnisse", so IWF-Gruppenleiter Tielong Zhang, Erstautor der Studie. "Nun gilt es herauszufinden, inwieweit die Rekonnexion dazu beiträgt, dass die Venus einen Teil ihrer Atmosphäre an den Sonnenwind verliert."

Die Venus ist mit einer durchschnittlichen Sonnenentfernung von 108 Millionen Kilometern der zweitinnerste und mit einem Durchmesser von rund 12.100 Kilometern der drittkleinste Planet des Sonnensystems. Sie ist jener Planet, der auf seiner Umlaufbahn der Erdbahn mit einem minimalen Abstand von 38 Millionen Kilometern am nächsten kommt.

science.ORF.at/APA

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