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Sterne im All

"Sie ist einfach nicht da"

Wenn das gegenwärtige Weltbild der Astronomen stimmt, dann müsste das Universum voll von Dunkler Materie sein. Astronomen haben nun die Milchstraße nach Spuren der mysteriösen Materieform durchforstet - vergeblich.

Dunkle Materie 19.04.2012

Eine Gruppe um Christian Moni Bidin von der Universität Chile berechnete die Masse von 400 Sternen, die bis zu 13.000 Lichtjahre von der Sonne entfernt sind. "Die von uns gefundene Gesamtmasse entspricht sehr genau der Masse aller sichtbaren Materie - also von Sternen, Staub und Gas - in der Sonnenumgebung", wird Bidin in einer Mitteilung der Europäischen Südsternwarte (Eso) zitiert.

"Das lässt keinen Raum für zusätzliche Materie - die Dunkle Materie -, die wir eigentlich erwartet hätten. Sie hätte sich bei unseren Beobachtungen sehr deutlich zeigen müssen, aber sie ist einfach nicht da."

Mit Dunkler Materie meinen Wissenschaftler eine geheimnisvolle Substanz, die nicht direkt zu sehen ist, sondern sich nur durch die Gravitationswirkung auf andere Materie in ihrer Nähe verrät. Forscher versuchen mit ihrer Existenz verschiedene Phänomene im All zu erklären - beispielsweise, dass die Milchstraße viel schneller rotiert, als dies durch normale Materie erklärt werden kann.

science.ORF.at/dpa

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