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Erderwärmung lässt Getreidepreise schwanken

Der prognostizierte Klimawandel wird in den kommenden Jahrzehnten zu stärkeren Preisschwankungen auf den Getreidemärkten führen. Gesetzliche Vorgaben wie etwa die verpflichtende Beimischung von Ethanol aus Getreide zu Kraftstoffen werden diese Schwankungen verschärfen.

Landwirtschaft 23.04.2012

Diesen Befund bestätigen Noah Diffenbaugh von der Stanford University (Kalifornien) und seine Mitarbeiter, die das Problem anhand ihres Landes untersucht haben.

Die Studie:

"Response of corn markets to climate volatility under alternative energy futures" ist im Journal "Nature Climate Change" erschienen (doi:10.1038/nclimate1491).

Variation von 177 Prozent

Sie analysierten zunächst, wie sich die für die nächsten Jahrzehnte prognostizierten Veränderungen der Niederschlagsmengen und der Temperatur in den USA auf die Getreidepreise auswirken können.

Ergebnis: Variierten die Kornpreise in den Jahren zwischen 1980 und 2000 um 43 Prozent, werden es in den Jahren 2020 bis 2040 sogar 177 Prozent sein. Die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel werden den Forschern zufolge jedoch weniger starken Schwankungen unterliegen.

Problematische Beimischung

Als nächstes analysierten sie, wie sich der Ölpreis und energiepolitische Vorgaben auf die Preisschwankungen auswirken. Ohne ein Biokraftstoff-Gesetz, das die Beimischung einer bestimmten Menge an Bioethanol zu den Kraftstoffen vorgibt, variieren die Getreidepreise demnach weniger stark infolge der Klimaveränderungen.

Ist 2020 ein solches Mandat in Kraft, sei die Anfälligkeit des Rohstoffpreises für die Klimaveränderungen jedoch erhöht. Ein Biokraftstoff-Gesetz mache den Markt weniger flexibel, erläutern die Forscher.

Schwankungen

Prinzipiell biete die Herstellung von Biokraftstoffen jedoch gute Möglichkeiten, auf Schwankungen am Markt zu reagieren. Falle die Ernte etwa überdurchschnittlich gut aus und seien die Preise niedrig, könnten die Produktionsmengen erhöht werden. Bei schlechteren Erntemengen und hohen Getreidepreisen könne die Produktion vorrübergehend heruntergefahren werden und das Getreide zur Nahrungsmittelerzeugung oder als Tierfutter eingesetzt werden.

Muss jedoch zwingend Ethanol produziert werden, um die Vorgaben zur Kraftstoff-Beimischung zu erfüllen, treibe das die Getreidepreise in die Höhe.

science.ORF.at/APA

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