Standort: science.ORF.at / Meldung: "Mission zur Erforschung der Jupitermonde"

Kümtlerische Darstellung: Sonde mit beim Jupiter, die Jupitermond erforscht.

Mission zur Erforschung der Jupitermonde

Die Erforschung der Eismonde des Planeten Jupiter ist der Schwerpunkt der nächsten großen europäischen Wissenschaftsmission JUICE, wie die Europäische Weltraumorganisation ESA entschieden hat. Eine mit Messinstrumenten vollgepackte Raumsonde soll 2022 zum Jupitersystem aufbrechen, würde dieses acht Jahre später erreichen und inspizieren.

Raumfahrt 03.05.2012

Das Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) will sich an drei Instrumenten beteiligen, wie das Institut heute mitteilte.

Lebensfreundliche Bedingungen?

Der "Jupiter icy moon Explorer" (JUICE) ist als erste Großmission des "Cosmic Vision 2015-2025"-Programms der ESA geplant. Die Sonde soll 2022 mit einer Ariane 5 von Europas Raumflughafen in Kourou (Französisch-Guayana) gestartet werden. Sie soll den Gasriesen im Jahr 2030 erreichen und mindestens drei Jahre lang detaillierte Beobachtungen der potenziell habitablen Jupitermonde Europa, Kallisto und Ganymed durchführen.

Im Zentrum des wissenschaftlichen Interesses steht die Frage nach möglicherweise lebensfreundlichen Bedingungen auf den Monden: Es wird davon ausgegangen, dass Europa, Ganymed und Kallisto unter ihrer Oberfläche Ozeane beherbergen. Weiters will man die Wechselwirkung dieser Monde mit der Jupitermagnetosphäre untersuchen. "Jupiter ist der Archetyp der Riesenplaneten des Sonnensystems und zahlreicher andere Sterne umkreisender Riesenplaneten", so Alvaro Gimenez Canete, Direktor der ESA für den Bereich Wissenschaft und robotische Exploration. JUICE werde "einen besseren Einblick in die Entstehung von Gasriesen und ihrer Trabanten sowie in ihr Potenzial für die Beherbergung von Lebensformen geben."

Instrumente für europäische Mission

"Wir freuen uns riesig, dass JUICE das Rennen gemacht hat und wir nun Teil einer der größten rein europäischen Missionen sind", so der Grazer IWF-Direktor Wolfgang Baumjohann, der bei der aktuellen Entscheidung in Paris mitgewirkt hat. Die endgültige Instrumentenauswahl für die Sonde wird im Herbst getroffen. Das IWF in Graz bewirbt sich um eines der Plasmainstrumente, wird an der Antennenkalibrierung beteiligt sein und will in Kooperation mit der Technischen Universität (TU) Graz ein weltweit völlig neuartiges Laser-Magnetometer entwickeln und bauen.

Die Sonde wird Kallisto, dem kraterreichsten Objekt des Systems, einen Besuch abstatten und zweimal am Mond Europa vorbeifliegen. Dabei wird die Sonde die ersten Messungen der Dicke der Eiskruste dieses Mondes vornehmen und mögliche Standorte für künftige Untersuchungen an Ort und Stelle bestimmen. 2032 schließlich soll das Raumfahrzeug in eine Umlaufbahn um Ganymed einschwenken und die Eisoberfläche und interne Struktur dieses Mondes einschließlich seines unter der Oberfläche verborgenen Ozeans erforschen.

science.ORF.at/APA

Mehr zum Thema: