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Künstlerische Darstellung von Zellen/Mikroben

Bakterien aus der Dino-Ära

Wissenschaftler haben uraltes Leben tief unter dem Meeresboden nachgewiesen: Es handelt sich um eine Bakterienkolonie, die bereits vor 86 Millionen Jahren existiert hat - zu dieser Zeit herrschten noch die Saurier über die Erde.

Ur-Mikroben 18.05.2012

Extrem gedrosselter Stoffwechsel

Hans Roy von der Universität Aarhus und seine Mitarbeiter hatten in den Sedimenten des nördlichen Pazifiks nach Leben gesucht, indem sie eine dünne Sonde in den Meeresboden stachen und in verschiedenen Tiefen den Sauerstoff-Verbrauch maßen. Dafür wählten sie das Gebiet des Nordpazifikwirbels. Diese Meeresregion hat besonders starke Strömungen und ist sehr arm an Nährstoffen.

Die Studie

"Aerobic Microbial Respiration in 86-Million-Year-Old Deep-Sea Red Clay", Science (doi: 10.1126/science.1219424).

In der Tiefsee setzt sich hier nur sehr wenig Sediment ab, bis zu einem Millimeter in tausend Jahren. Die Schichten des Bodens repräsentieren damit die Erdgeschichte über Millionen von Jahren.

Zur Überraschung der Forscher fand die Sonde noch in 30 Metern Tiefe im Sediment einen winzigen Sauerstoffverbrauch. Dieser deutet auf Bakterien hin, die einen unvorstellbar langsamen Stoffwechsel haben müssen, mit einer Erneuerungsrate von etwa 1000 Jahren. Ob sich die Bakterien in dieser Zeit einmal teilen oder nur ihre chemischen Prozesse so langsam erhalten und reparieren, ist unbekannt.

Die Bakterien-Gesellschaft ist Berechnungen zufolge etwa 86 Millionen Jahre alt - und genauso lang ist sie auch schon von der Nährstoffzufuhr abgeschnitten. Nach Angaben der Experten leben die Bakterien am absoluten Existenzminimum von Zellen, gerade ausreichend um sich zu erhalten.

science.ORF.at/dpa

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