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Rakaposhi im Norden Pakistans

Gletscher: Asien droht Wasserknappheit

Die Gletscherschmelze bedroht die Wasserversorgung in Zentralasien. Ohne das Schmelzwasser werden die Menschen auf unsichere Sommerregenfälle angewiesen sein, berichten Forscher in einer Studie. Dieser Umstand drohe politische Spannungen in der Region zu verschärfen.

Studie 30.07.2012

Im zentralasiatischen Tien Shan-Gebirge beliefern 15.000 Quadratkilometer Gletscher tiefer gelegene Länder wie Kirgistan, Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan und Nordchina mit Wasser. "Im Sommer sind Gletscher die einzige Wasserquelle für die Bewässerung und das Trinkwasser", erklärt Studienautorin Annina Sorg, Umweltwissenschafterin an den Universitäten Genf und Bern.

Doch das Eis schmilzt ähnlich schnell wie in den Alpen, wie Sorg und Kollegen nun in einem Übersichtsartikel im Fachblatt "Nature Climate Change" aufzeigen. "Die Gletscherschmelze wird die Menge und jahreszeitliche Verteilung des verfügbaren Wassers beeinflussen", so Sorg.

Ökologische und politische Probleme

Die Studie

"Climate change impacts on glaciers and runoff in Tien Shan", Nature Climate Change (doi: 10.1038/nclimate1592).

Die Forscher analysierten im Rahmen des europäischen Projekts ACQWA Datenreihen zu Klima, Gletscherschmelze und Abflussmengen und fügten diese erstmals zu einem Gesamtbild zusammen. Dabei stellte sich zwar heraus, dass der Klimawandel derzeit noch vermehrte Niederschläge im Winter bringt, was die Gletscherschmelze vorübergehend kompensiert.

Doch sollten die Hochrechnungen des UNO-Klimarats zutreffen, werden die Sommerregenfälle in der Region um vier bis acht Prozent sinken. Ab 2050 müsse in heißen, trockenen Sommern mit deutlich geringeren Abflussmengen gerechnet werden. Dies werde ökologische Probleme wie etwa die Austrocknung des Aralsees verschärfen, warnen die Forscher.

Außerdem seien politische Konsequenzen absehbar: Schon heute streiten die Länder um die Abflussmengen aus Staudämmen an den Oberläufen. "Wasserknappheit im Sommer wird das landwirtschaftliche System in der ganzen Region infrage stellen, was seit dem Kollaps der Sowjetunion bestehende Spannungen schüren wird", schreiben die Wissenschaftler.

science.ORF.at/APA/sda

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