Standort: science.ORF.at / Meldung: "Übersäuerung der Meere gefährdet Krustentiere"

Miesmuschel in Großaufnahme

Übersäuerung der Meere gefährdet Krustentiere

Die vom Menschen verursachten Treibhausgas-Emissionen könnten Muscheln, Seeigel und andere Krustentiere gefährden, berichten Forscher. Die Übersäuerung der Meere führe dazu, dass deren Schalen und Skelette dünner und kleiner werden.

Umwelt 06.08.2012

Dadurch seien sie vor Raubfischen weniger geschützt. Künftig könnte es daher weniger Meeresfrüchte geben.

Flächendeckendes Phänomen

Die Ozeane nehmen einen Gutteil des ausgestoßenen Kohlendioxids auf, indem sich das Gas im Wasser auflöst. Das führt aber zu einem höheren Säuregehalt des Meerwassers, der sich für Krustentiere wie Meeresschnecken oder Armfüßer als problematisch erweist. Die Säure beeinflusst die Verfügbarkeit von Kalziumkarbonat, das diese Tiere für ihre Schalen- und Skelettbildung benötigen.

Ein britisch-australisches Forscherteam hatte in einer Studie Muscheln, Meeresschnecken, Armfüßer und Seeigel an zwölf verschiedenen Orten weltweit untersucht, etwa in der Arktis, in der Antarktis und in England. Bei allen vier analysierten Tierarten sei die Schalen- und Skelettbildung zurückgegangen, was laut den Forschern darauf schließen lasse, dass es sich um ein flächendeckendes Phänomen unter Meereslebewesen handle, wie sie in ihrer Studie schreiben.

Kritische Situation in Polarmeeren

"Krustentiere in den Polarmeeren, besonders in der Antarktis, haben nach unseren Resultaten zurzeit die kleinsten und leichtesten Skelette", sagte Lloyd Peck vom British Antarctic Survey in einer Aussendung. Die Tiere in diesen Meeren seien künftig am meisten von der Übersäuerung der Ozeane betroffen und könnten sich immer schwerer tun, das nötige Kalziumkarbonat für ihre Skelette und Schalen zu bekommen, glauben die Forscher.

Laut Wissenschaftlern besteht aber die Chance, dass sich die Krustentiere den stärker versauerten Weltmeeren anpassen könnten. Voraussetzung dafür sei aber, dass sich die Konsistenz der Ozeane nicht zu schnell verändere, damit sie genügend Zeit für ihre Adaption bekommen.

science.ORF.at

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