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Ein Korb voll unterschiedlicher Tomatensorten

Biolebensmittel sind kaum gesünder

Lebensmittel aus biologischem Anbau sind nach einer neuen Studie nur wenig gesünder als konventionelles Essen. Die Forscher fanden keinen deutlichen Nachweis, dass biologische Lebensmittel nährstoffreicher sind oder ein geringeres Gesundheitsrisiko bergen.

Ernährung 04.09.2012

Sehr wohl verringert es nach Erkenntnissen der US-Wissenschaftler aber das Risiko, Pflanzenschutzmittel zu sich zu nehmen, wie Dena M. Bravata von der Universität Stanford in einer umfangreiche Meta-Analyse berichten.

Die Studie von Dena Bravata und Kollegen erscheint am 4.9 in der Fachzeitschrift "Annals of Internal Medicine" (2012;157:348-366.).

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"Selbst erstaunt" über Resultate

Die Forscher sichteten tausende Studien und wählten 223 Untersuchungen aus, die entweder den Nährstoffgehalt oder die Belastung mit Bakterien, Pilzen oder Pestiziden verglichen. 17 Studien - darunter sechs randomisierte klinische Versuche - betrachteten außerdem Gruppen, die sich biologisch oder herkömmlich ernährten. Eine Langzeitstudie, die sich mit den gesundheitlichen Auswirkungen der Ernährungsweisen beschäftigt, war aber nicht darunter. Die Untersuchungszeiträume betrugen zwei Tage bis zwei Jahre.

Die Ergebnisse zeigen keinen wirklichen Vorteil für die Biolebensmittel: Der Vitamingehalt unterschied sich den Forschern zufolge kaum, Fette und Proteine waren ähnlich verteilt. Krankheitserreger kamen in keiner der beiden Gruppen häufiger vor.

Auch besonders gesunde Biofrüchte oder Biogemüse konnten die Wissenschaftler nicht ausmachen. "Wir waren ein bisschen erstaunt, dass wir nichts gefunden haben", meinte Co-Autor Crystal Smith-Spangler laut einer Mitteilung der Universität Stanford.

Gibt noch andere Gründe für Biolandbau

Allerdings waren die Biolebensmittel seltener mit Pestiziden kontaminiert - auch wenn sie nicht zu 100 Prozent frei davon waren. Zwei Studien etwa wiesen im Urin von Kindern, die sich biologisch ernährten, geringere Rückstände von Schädlingsbekämpfungsmitteln nach. Auch scheint es, als würden biologisch gezüchtete Hühner und Schweine weniger Antibiotika-resistente Bakterien aufweisen, doch ist die klinische Bedeutung dieser Befunde laut den Forschern unklar.

Die Wissenschaftler betonen, dass sie Verbraucher aufklären und nicht vom Kauf von Biolebensmitteln abbringen möchten. Viele Menschen kauften biologisches Essen wegen des Geschmacks, der Tierhaltung oder der Folgen konventioneller Landwirtschaft für die Umwelt, erläuterte Bravata.

Gut für Biodiversität

Die Studie sei "nicht überraschend", kommentierte Agrarforscher Urs Niggli vom wissenschaftlichen Beirat des deutschen Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft. Wenn konventionelle Lebensmittel lebensverkürzend wären, müssten sie schließlich vom Markt genommen werden. Allerdings gebe es noch keine Studie über die kombinierten Effekte von Rückständen, die am zulässigen Limit liegen. "Im Apfelanbau etwa werden mehrere Fungizide, Insektizide und Herbizide verwendet, außerdem Phytohormone, um die Früchte auszudünnen. Die Auswirkungen dieser Chemikalien werden nie summiert."

Niggli betonte zudem die "unglaublich positive Wirkung" von ökologischer Landwirtschaft auf die Biodiversität. "Auf dem Land von Biobetrieben herrscht eine viel größere Artenvielfalt - von den kleinsten Mikroorganismen bis hin zu den Vögeln", sagte der Direktor des Forschungsinstituts für Ökologischen Landbau im Schweizerischen Frick.

Auch werde das Grundwasser viel weniger belastet - nicht umsonst wollten Wasserwerke, dass in ihrem Einzugsgebiet die Flächen ökologisch bewirtschaftet werden. "Mit Bio kauft man sich immer ein Paket an positiven Eigenschaften."

science.ORF.at/dpa

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