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Theodore Roosevelt bei einer Rede

Ein US-Präsident muss auch Psychopath sein

Einzelne psychopathische Eigenschaften können einem Präsidenten in den USA durchaus zum Erfolg verhelfen, melden Forscher. Vor allem dominantes Verhalten in Kombination mit Furchtlosigkeit lässt den Spitzenrepräsentanten im öffentlichen Ansehen steigen, zeigte eine Auswertung der Persönlichkeit von 42 US-Präsidenten.

Psychologie 11.09.2012

Die Studie:

"Fearless dominance and the U.S. presidency: Implications of psychopathic personality traits for successful and unsuccessful political leadership" ist im "Journal of Personality and Social Psychologie" erschienen (doi:10.1037/a0029392).

Mehr als 100 Experten haben Steven Rubenzer und Thomas Faschingbauer, emeritierter Psychologe an der Duke University, in ihre Studie eingebunden, die Präsidenten von Theodore Roosevelt bis George W. Bush anhand standardisierter Tests hinsichtlich Persönlichkeit, Intelligenz und Verhalten analysierten.

"Top Ten" der Furchtlosigkeit

Rede trotz Schusswunde:

Am furchtlosesten zeigte sich laut dieser Studie Theodore Roosevelt, Präsident von 1901 bis 1909 (im Titelbild zu sehen). Bei einem Attentat am 14. Oktober 1912 wurde ihm in die Brust geschossen, dennoch hielt er - mit blutender Wunde - noch seine geplante, 60-minütige Rede: "Freunde, ich weiß nicht, ob ihr schon gehört habt, dass ich gerade angeschossen wurde. Aber es braucht mehr, um einen Bullen wie mich zur Strecke zu bringen." Das Projektil wurde nie aus seiner Brust entfernt.

Dabei zeigte sich, dass manche Persönlichkeitszüge, die für psychopathisches Verhalten charakteristisch sind, auch an der Spitze des Staates gefordert sind: "Furchtloses Dominanzverhalten kann mit Kriminalität und Gewalt einhergehen, aber auch mit 'Leadership' in einer Krise", beschreit Scott Lilienfeld, Co-Autor der Studie und Psychologe an der Emory University, die Bandbreite. Grundsätzlich scheint Dominanz in Kombination mit geringem Einfühlungsvermögen mit mehr Überzeugungsfähigkeit, besserem Krisenmanagement und auch besseren Beziehungen zum Kongress einherzugehen.

Und hier die "Top Ten", die die Forscher hinsichtlich der Furchtlosigkeit der US-Präsidenten erstellt haben: 1. Theodore Roosevelt, 2. John F. Kennedy, 3. Franklin D. Roosevelt, 4. Ronald Reagan, 5. Rutherford Hayes, 6. Zachary Taylor, 7. Bill Clinton, 8. Martin Van Buren, 9. Andrew Jackson und 10. George W. Bush. Das Verhalten Barack Obamas floss noch nicht in die Analyse ein.

Ö1 Sendungshinweis:

Der Präsidentschaftswahlkampf stand auch im Mittelpunkt eines "Journal Panorama" am 4. September 2012 um 18.25 Uhr.

science.ORF.at

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