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Sich teilende Krebszelle.

Krebs kostet jährlich 117 Mrd. Euro

Krebs kostet die 27 EU-Staaten auf der Basis der Daten von 2009 jährlich rund 117 Milliarden Euro. Die Medizin macht dabei nur einen Teil aus, erklärt ein britischer Forscher beim Europäischen Krebskongress (ESMO), der derzeit in Wien stattfindet.

ESMO-Kongress 28.09.2012

Die Wissenschaftler um Ramon Luengo-Fernandez vom Zentrum für Gesundheitsökonomie der Universität Oxford analysierten die Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der EU sowie nationale Daten aus den 27 Mitgliedsländern.

Der Europäische Krebskongress der European Society for Medical Oncology (ESMO) findet vom 28. September bis zum 2. Oktober 2012 im Wiener Austria Center statt.

Das Hauptergebnis, das bei dem Kongress mit rund 17.000 Teilnehmern präsentiert wurde: "Bösartige Erkrankungen sind die zweithäufigste Todesursache nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Europa und haben eine signifikante Auswirkung auf die Gesundheitssysteme in der EU."

Ö1 Sendungshinweis:

Über die Kosten der Erkrankung berichtet auch Wissen Aktuell am 28.9. um 13:55.

Die Detailergebnisses der Auswertung

  • Die Gesamtkosten, welche Krebs jährlich verursacht, liegen bei etwa 117 Milliarden Euro. Das sind 234 Euro pro EU-Bürger und Jahr.
  • Nur 36 Prozent der Gesamtkosten (84 Euro pro EU-Bürger und Jahr) müssen für die medizinische Versorgung der Krebspatienten aufgewendet werden. Das sind pro Jahr 58 Millionen Spitalstage.
  • Der Anteil der Kosten durch frühere Sterblichkeit liegt bei 36 Prozent, jener durch die Krankheitsfolgen (Krankenstand etc.) bei acht Prozent.
  • 20 Prozent der Aufwendungen erfolgen im Rahmen der Pflege von Patienten durch die Angehörigen und ist unbezahlt.
  • Deutschland allein hat einen Anteil von 26 Prozent bei den Gesamtkosten durch Krebs.
  • Lungenkarzinome (16 Prozent) verursachen die größten Aufwendungen, dann folgen Brustkrebs (elf Prozent) und Prostatakrebs (fünf Prozent).

science.ORF.at/APA

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