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Zwei verschränkte Hände

Kalifornien verbietet "Umpolungsbehandlung"

In seriösen Kreisen gilt schon lange als gesichert, dass Homosexualität weder behandelt noch geheilt werden muss. Dennoch wird die sogenannte "Konversionstherapie" an Jugendlichen vor allem in den USA praktiziert. Kalifornien verbietet sie nun als erster US-Staat.

"Hetero" statt "Homo" 02.10.2012

Der Demokrat Jerry Brown, derzeit auch Kaliforniens Staatschef, hält auf "Twitter" fest, dass "diese Praktiken keine Basis in Wissenschaft und Medizin haben und in den Müllkübel der Quacksalberei entsorgt gehören". Die Entscheidung entspricht auch einer Empfehlung der American Psychological Association (APA), die bereits 2009 festgestellt hat, dass "derartige Therapien nicht das Gewünschte bewirken und in vielen Fällen sogar schädlich sind".

Verbreitet in religiösen Organisationen

Besonders in religiösen Organisationen hält sich die Annahme, dass Homosexualität eine Krankheit sei, die geheilt werden könnte. Auch in Österreich waren immer wieder Aussagen in diese Richtung zu hören, zuletzt im Mai 2012, als ein südsteierischer Pfarrer an seine Gemeindemitglieder nach eigenen Angaben "wissenschaftliche Informationen" zur Konversionstherapie versandte (Bericht oesterreich.ORF.at). Schwulen- und Lesbenorganisationen wiesen hingegen darauf hin, dass derartige "Umpolungsversuche" bei den Betroffenen schwere Depressionen bis hin zur Suizidgefährdung auslösen könnten.

Zahlen zu tatsächlichen Therapien gibt es für Österreich keine, in einer 2009 veröffentlichten Studie in Großbritannien gab aber einer von sechs Psychotherapeuten an, mit einer Behandlung von Homosexualität bereits Erfahrungen gemacht zu haben, vier Prozent meinten, sie würden es wieder tun. Insgesamt wurden damals 1.300 Therapeuten befragt.

In den USA wird erwartet, dass weitere Staaten Kalifornien folgen werden.

science.ORF.at

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