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Auf einem Siegertreppchen steht ein Männchen, das gesiegt hat.

Der gute Ruf gewinnt - im Ausland

Das Times Higher Education World University Ranking wurde nach Methodenkritik reformiert. Stärkster Beurteilungsfaktor ist nun das Image einer Universität in der Fachgemeinde - leider nicht zum Nutzen der österreichischen Unis.

Uni-Ranking 04.10.2012

34,5 Prozent der Gesamtpunktezahl - unterschieden nach Forschung und Lehre - gehen nun auf Befragungen von Forschern zurück. Für das Ranking 2012 wurden fast 17.000 Akademiker durch Thompson Reuters zu Wahrnehmungen im eigenen Fach befragt.

Uni Wien fällt zurück

Die Ergebnisse: Die Universität Wien fiel von Platz 139 auf Platz 162 zurück und bleibt die einzige österreichische Hochschule unter den Top 200, die Uni Innsbruck landete wie im Vorjahr auf den (nicht näher gerankten) Plätzen 201 bis 225. An der Spitze behauptete sich das California Institute of Technology (Caltech) vor den ex aequo gewerteten Universitäten aus Oxford (2011: Platz vier) und Stanford (2011: Platz zwei).

USA dominiert, China holt auf

Dominiert wird das Ranking nach wie vor von Universitäten aus dem angloamerikanischen Raum. In den Top Ten platzierten sich noch Harvard auf Platz vier (2011: zwei), gefolgt vom Massachusetts Institute of Technology (2011: sieben), Princeton (2011: fünf), Cambridge (2011: sechs), dem Imperial College London (2011: acht), der University of California, Berkeley (2011: zehn) und der University of Chicago (2011: neun). Hinter Yale rückte die ETH Zürich als beste europäische Uni von Platz 15 auf zwölf vor.

Insgesamt stellen die USA sieben Unis in den Top Ten, 15 in den Top 20 und 76 in den Top 200 - allerdings büßten 51 davon in der heurigen Ausgabe Rangplätze ein. Große Rating-Gewinner sind diesmal Länder aus dem asiatisch-pazifischen Raum, vor allem China wird hervorgehoben. Die massiven Investitionen des Landes in die Entwicklung von Weltklasse-Unis würden sich auszuzahlen beginnen: Die Peking University verbesserte sich von Platz 49 auf 46, die Tsinghua University vom 71. auf den 52. Rang. Darüber hinaus nähern sich andere Unis mit großen Schritten den Top 200 an.

Kritik: Schieflage begünstigt englischen Sprachraum

Insgesamt basiert das Times Higher Education (THE) Ranking, das sich mittlerweile als wichtigste Uni-Rangliste etabliert hat, auf 13 Indikatoren aus den Bereichen Forschung, Lehre, Zitierungen, Internationalisierung und Einwerbung von Drittmitteln aus der Wirtschaft. Mit der Überarbeitung des Rankings 2010 wurde nicht nur Datenlieferant QS wegen "schwerwiegender Mängel" durch Thompson Reuters abgelöst.

Es wurde auch der Einfluss bibliometrischer Indikatoren (Veröffentlichungen, Zitierungen) bei der Gesamtwertung gestärkt. Dieser Indikator, für den diesmal 50 Mio. Zitierungen analysiert wurden, ist mittlerweile mit 32,5 Prozent der Gesamtwertung fast ebenso wichtig wie die Meinung der wissenschaftlichen Community.

Weitere Faktoren sind die Lernvoraussetzungen (ausgezeichnete Lehrende, Einkommen der Lehrenden etc.) mit insgesamt 15 Prozent, Umfang von und Einnahmen aus Forschung (10,5 Prozent), Internationalisierung (fünf Prozent) und anwendungsorientierte Forschung (2,5 Prozent).

Kritiker bemängeln am THE-Ranking ebenso wie an anderen internationalen Rankings ein Ungleichgewicht zugunsten englischsprachiger Publikationen. Dadurch würden vor allem Geisteswissenschaften, die häufig in der Landessprache verfasst werden, benachteiligt bzw. die Übergewichtung technischer und naturwissenschaftlicher Studienrichtungen fortgesetzt.

science.ORF.at/dpa

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