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Uni Wien nimmt sich ihrer Geschichte an

Im Rahmen der Konferenz "Der lange Schatten des Antisemitismus" am 11. Oktober wird sich die Universität Wien kritisch mit ihrer eigenen Geschichte auseinandersetzen.

Antisemitismus 05.10.2012

Bei der vom Institut für Zeitgeschichte organisierten Veranstaltung wird auch der 1939 mit seiner Familie aus Wien vertriebene amerikanische Neurowissenschafter und Nobelpreisträger Eric Kandel einen Vortrag halten. Am 9. Oktober stellt der Forscher und Kunstsammler außerdem sein neues Buch "Das Zeitalter der Erkenntnis. Die Erforschung des Unbewussten in Kunst, Geist und Gehirn von der Wiener Moderne bis heute" in Wien vor.

Prominente Teilnehmer

Konferenz:

"Der lange Schatten des Antisemitismus - Kritische Auseinandersetzungen mit der Geschichte der Universität Wien im 19. und 20. Jahrhundert", Anmeldung an: agnes.meisinger@univie.ac.at;

Links:

Neben Kandel, der über Kontakte zwischen Juden und Christen im Wien der Jahrhundertwende sprechen wird, werden hochkarätige Nationalsozialismus-Forscher auf der im Archiv der Universität Wien in der Postgasse in der Inneren Stadt stattfindenden Konferenz vertreten sein. So wird etwa der deutsche Historiker Götz Aly, der derzeit die Sir Peter Ustinov-Gastprofessor an der Uni Wien hält, auf die Soziologie des Antisemitismus im 19. und 20. Jahrhundert eingehen.

Der Leiter des Instituts für Zeitgeschichte und Organisator der Veranstaltung, Oliver Rathkolb, wird unter dem Vortragstitel "Gewalt und Antisemitismus an der Universität Wien seit der Badeni-Krise 1897" den Bogen zur Uni Wien spannen. Der Historiker Mitchell Ash referiert die "Situation jüdischer Wissenschafter an der Universität Wien vom Kaiserreich bis nach 1945".

Die Rolle der Rechtswissenschaftlichen Fakultät beleuchtet die Rechtshistorikerin Ilse Reiter-Zatloukal, mit der Philosophisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät beschäftigt sich der Wissenschaftshistoriker Friedrich Stadler. Mit Birgit Peter, Linda Erker und Martin Schrott werden auch Nachwuchsforscher zu Wort kommen. Abgeschlossen wird die Konferenz mit einer fächerübergreifend besetzen Podiumsdiskussion.

science.ORF.at/APA

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