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Der Marsmeteorit Tissint

Marsmeteorit enthält schwarzes Glas

In einem jungen Meteoriten aus der marokkanischen Wüste haben Forscher schwarzes Glas gefunden, das Spuren vom Mars enthält. Der Tissint-Meteorit war im vergangenen Jahr in Marokko eingeschlagen. Forscher haben nun seine Zusammensetzung analysiert.

Weltall 11.10.2012

700.000 Jahre im All

Die Studie in "Science":

"Tissint Martian Meteorite: A Fresh Look at the Interior, Surface and Atmosphere of Mars" von H. Chennaoui Aoudjehane et al., erschienen am 12. Oktober 2012

Tissint ist nach Angaben der Forscher um Hasnaa Chennaoui Aoudjehane von der Universität Casablanca erst der fünfte Marsmeteorit, der direkt nach der Beobachtung seines Einschlags eingesammelt wurde. Zwar seien zahlreiche andere Marsmeteoriten gefunden worden, diese seien jedoch zum Teil lange auf der Erde gelegen und dadurch den irdischen Umweltbedingungen ausgesetzt gewesen. Tissint, der erst am 18. Juli 2011 auf die Erde fiel, sei dagegen noch frisch und vermutlich weitgehend unverändert.

Der Meteorit gehört zu einer Gruppe von Weltraumsteinen, die schon früher als Marsmeteoriten identifiziert worden waren. Anhand des Einflusses der kosmischen Strahlung konnten die Forscher nachrechnen, dass Tissint rund 700.000 Jahre durchs All gezogen war, bevor er auf der Erde einschlug. Das passt zum Alter anderer Marsmeteoriten aus derselben Gruppe.

Spuren von Marsboden

Tissint besteht aus mehreren Einzelsteinen. Das analysierte Bruchstück ist von einer schwarzen Kruste überzogen und hat im Innern zahlreiche schwarz verglaste Einschlüsse. Die Forscher gehen davon aus, dass der Stein auf dem Marsboden durch Flüssigkeiten verwitterte, die schließlich in Risse und Spalten eindrangen.

Durch die Wucht eines Einschlags auf dem Mars sei Tissint dann mit weiteren Brocken ins All geschleudert worden. Dabei hätten sich vermutlich auch die schwarzen Glasadern gebildet, in denen chemische Spuren der Marsoberfläche konserviert worden seien. Diese Spuren passten zu Messungen des Marsbodens durch Raumsonden.

science.ORF.at/APA/dpa

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