Standort: science.ORF.at / Meldung: "Lebensmittelproduktion muss sich umstellen"

 Ein vertrocknetes Maisfeld

Lebensmittelproduktion muss sich umstellen

Die Lebensmittelproduktion muss sich laut neuer Studie auf dramatische Veränderungen durch den Klimawandel einstellen, den sie selbst maßgeblich mitverursacht. Die Herstellung grundlegender Nahrungsmittel wie Weizen, Reis und Mais werde durch das Wetter schwieriger.

Klimawandel 31.10.2012

Zu den Konsequenzen meinen die Klima- und Ernährungsexperten des internationalen Forschungsprogramms CCAFS: "Der Klimawandel kann es für eine große Zahl von Menschen notwendig machen, sich anderen Lebensmitteln zuzuwenden, um ihre Ernährungsbedürfnisse zufriedenzustellen."

Treibhausgas-Schleuder

Forschungsprogramm:

Im Forschungsprogramm CCAFS (CGIAR Research Program on Climate Change, Agriculture and Food Security) haben sich mehrere Expertengruppen zusammengeschlossen, um nach neuen Wegen zu suchen, wie Landwirte auf den Klimawandel reagieren können.

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Jährlich werden der Untersuchung zufolge 17.000 Megatonnen Kohlenstoffdioxid durch die Herstellung von Lebensmitteln in die Atmosphäre entlassen. Insgesamt gehen ein Fünftel bis ein Drittel der von Menschen verursachten Treibhausgas-Emissionen auf die Produktion und den Vertrieb von Nahrungsmitteln zurück, heißt es weiter.

In ihre Berechnungen schlossen die Wissenschaftler alle Seiten der Lebensmittelproduktion mit ein - also etwa auch die Herstellung von Dünger oder das Einfrieren der Nahrungsmittel.

Erträge sinken

Der größte Anteil der Treibhausgas-Emissionen (rund 80 Prozent) gehe somit auf die Landwirtschaft zurück. Sie steht den Forschern zufolge vor einer dreifachen Aufgabe: Sie muss ihre eigenen Emissionen kräftig vermindern, die Produktion für eine wachsende Erdbevölkerung steigern und gleichzeitig die massiven negativen Folgen des schon begonnenen Klimawandels für die Herstellung von Lebensmitteln ausgleichen.

Als Folge der schon begonnenen globalen Erwärmung sei bis 2050 mit einem Sinken der Weizenproduktion in Entwicklungsländern um 13 Prozent, bei Reis um 15 Prozent und in Afrika für den dort wichtigen Mais um 10 bis 20 Prozent zu rechnen. Gleichzeitig steige aber die globale Bevölkerungszahl von heute sieben Milliarden auf voraussichtlich neun bis zehn Milliarden Menschen im Jahr 2050.

Neue Methoden

Bauern müssen sich der Studie zufolge sowohl mit neuen Anbau- und Zuchtmethoden sowie neuen Produkten auf die Folgen des Klimawandels einstellen. Dies bedeute für viele Menschen auch einen Zwang zur Umstellung auf andere Nahrungsmittel. Besonders akut sei dies für die ärmeren Länder, schreiben die Forscher.

science.ORF.at/APA/dpa

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