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Das neue Gerät, das MRT- und PET-Aufnahmen kombiniert

MRT- und PET-Bilder auf einmal

Das Allgemeine Krankenhaus Wien bekommt ein neues System für medizinische Körperaufnahmen: Es gehört zu den weltweit ersten Geräten, die MRT-Bilder (Magnetresonanz) und PET-Darstellungen (Positronen-Emissions-Tomografie) gleichzeitig herstellen können. Eine Ganzkörperaufnahme soll mit ihm nun in rund 30 Minuten erfolgen.

Technologie 19.11.2012

Zum Vergleich: Derzeit dauert es eine Stunde oder mehr für aufeinanderfolgende MRT- und PET-Untersuchungen.

"Das innovative System eröffnet neue Möglichkeiten bei der Erkennung von Krankheiten im Bereich der Neurologie, Onkologie und Kardiologie sowie in der Therapieplanung. In der Forschung könnte 'Biograph mMR' etwa die Entwicklung neuer Biomarker oder personalisierter Therapieansätze unterstützen", hieß es am Montag in einer Aussendung von Siemens, dem Gerätehersteller.

Ende 2013 in Betrieb

Die ersten Systeme dieses Typs werden bisher an Universitätskliniken und Forschungszentren in Europa, den USA und Asien vor allem für die klinische Forschung eingesetzt. Das neue Gerät wird ab Ende 2013 zum ersten Mal in Österreich im Forschungseinsatz sein.

"Der Biograph mMR ergänzt in idealer Weise das Spektrum innovativer Bildgebungstechnologien des AKH Wien bzw. der MedUni Wien und erhöht auch die Attraktivität unserer Institution für Spitzenforscher dem Ausland", betonte Marius Mayerhöfer von der Universitätsklinik für Radiologie in Wien. Man werde innovative Forschungsprojekte damit vorantreiben. Der in dem Gerät eingebaute MR-Tomograph hat eine Feldstärke von drei Tesla, das Ultra-Hochfeld-MR-Gerät der MedUni Wien arbeitet mit sieben Tesla.

Technische Herausforderung

Eine Kombination der Technologien von MRT und PET war bisher eine große technische Herausforderung, da diese Technologien auf unterschiedlichen physikalischen Effekten beruhen, die normalerweise nebeneinander nicht funktionieren können. Die Magnetfelder, wie sie ein MRT erzeugt, beeinflussen herkömmliche Detektoren der PET, die auf einem nuklearmedizinischen Verfahren beruht - und dies machte simultan aufgenommene menschliche Bilder bisher unmöglich.

science.ORF.at/APA

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