Standort: science.ORF.at / Meldung: "Föten gähnen im Mutterleib"

Bildausschnitt, Schwangerschaftsbauch mit über den Bauch gelegten Arm

Föten gähnen im Mutterleib

Gähnt das Kind im Mutterleib oder öffnet es einfach nur den Mund? Britischen Forschern ist es gelungen, diese Frage mit Hilfe von Videoaufnahmen per Ultraschall zu klären. Unklar bleibe weiterhin, warum die Kleinen gähnen. Auch bei Erwachsenen ist diese Frage nicht endgültig geklärt.

Ultraschall 22.11.2012

Die Studie in "PLoS ONE":

"Development of Fetal Yawn Compared with Non-Yawn Mouth Openings from 24 Weeks Gestation" von N. Reissland et al., erschienen am 21. November 2012.

Das Team um Nadja Reissland von der Universität Durham beobachtete die Mundbewegungen von 15 Föten, acht Mädchen und sieben Jungen zu vier verschiedenen Zeitpunkten: Nach 24, 28, 32 und 36 Wochen im Mutterleib. Für jeweils etwa 20 Minuten filmten die Forscher die Föten. Als Gähner zählte, wenn die Zeit bis zum maximalen Öffnen des Mundes eindeutig länger war als das darauffolgende Schließen des Mundes. Alles andere wurde als schlichtes "Mund auf und zu" gewertet.

Ursache unklar

Zwei Babys im Ultraschall, das linke öffnet nur den Mund, das rechte gähnt

Citation: Reissland N, Francis B, Mason J (2012) Development of Fetal Yawn Compared with Non-Yawn Mouth Openings from 24–36 Weeks Gestation. PLoS ONE 7(11): e50569. doi:10.1371/journal.pone.0050569

Das linke Baby öffnet nur den Mund, das rechte gähnt.

Insgesamt zählten die Forscher bei 58 Videoaufnahmen 56 Gähner und 27 "Nicht-Gähner", also eine geringe Zahl. Auffällig war jedoch: Im Alter von 36 Wochen und damit kurz vor der Geburt wurden keine Mundbewegungen mehr beobachtet. Daher vermuten die Wissenschaftler, dass Gähnen ein Zeichen dafür sein könnte, wie weit die Kinder entwickelt sind.

Eine Theorie zur Ursache des Gähnens geht zudem davon aus, dass die Konzentration des Stresshormons Cortisol im Blut eine Rolle spielen könnte. Die Wissenschaftler schlagen deshalb vor, bei künftigen Filmaufnahmen der Kinder im Mutterleib auch den Cortisol-Wert der Schwangeren zu ermitteln.

science.ORF.at/dpa

Mehr zum Thema: