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Obacht vor der Grapefruit

Obst sollte man mehrmals täglich essen - bei Grapefruits ist allerdings bisweilen Vorsicht geboten: Sie verstärken die Wirkung von Medikamenten. Mediziner warnen vor unbeabsichtigten Überdosen.

Überdosis 28.11.2012

Dass bestimmte Inhaltstoffe der Grapefruit, sogenannte Furocumarine, mitunter für unerwünschte Nebenwirkungen sorgen, ist schon länger bekannt. Sie hemmen jene Enzyme, die im Körper den Abbau von Medikamenten erledigen. Probleme stellen sich zwar nicht bei allen Wirkstoffen ein, aber die Zahl steigt rasant: Wie nun David Bailey von der University of Western Ontario in einer Studie berichtet, waren 2008 17 Substanzen mit möglichen toxischen Effekten bekannt. Nun sind es 43.

Betroffen ist die ganze pharmakologische Palette: Blutdruck - und Cholesterinsenker, Medikamente gegen HIV-Infektionen, Krebs und Herzrhythmusstörungen. Wie Neal Patel gegenüber der BBC hinweist, ist die Grapefruit nicht das einzige Lebensmittel, das für Probleme sorgen könne. Auch Bitterorangen und Limetten hätten ähnliche Effekte. "Selbst Milch kann die Aufnahme von Antibiotika stoppen, sofern beide gleichzeitig eingenommen werden", so der Experte von der Royal Pharmaceutical Society.

Bailey diagnostiziert in seinem Artikel mangelndes Problembewusstsein: Laien müssten in Zukunft besser informiert werden. Und an Ärzte appelliert er, sich in der Praxis auch die Ernährung der Patienten anzusehen.

science.ORF.at

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