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Die gedankengesteuerte Roboterhand

Eine gedankengesteuerte Handprothese

Nur mit ihren Gedanken kann eine vom Hals abwärts gelähmte Frau eine neu entwickelte Roboterhand steuern. Entscheidend für den Fortschritt ist dabei eine neue Art der Übersetzung von Nervenimpulsen, die sich mehr an der natürlichen Steuerung der Muskeln orientiere, berichten US-Forscher.

Technologie 17.12.2012

Das Team um Andrew Schwartz von der Universität Pittsburgh (US-Staat Pennsylvania) behandelte eine 53-jährige Frau, die aufgrund einer Erkrankung des Nervensystems seit Jahren ihre Arme und Beine nicht mehr bewegen kann.

Die Studie:

"High-performance neuroprosthetic control by an individual with tetraplegia" von Jennifer Collinger und Kollegen ist am 17.12. in den "The Lancet" erschienen.

Link:

Ö1 Sendungshinweis:

Dem Thema widmet sich auch ein Beitrag in Wissen aktuell: 17.12., 13:55 Uhr.

In das motorische Zentrum ihres Gehirns wurden zwei Mikroleketroden eingepflanzt. Diese waren mit einem in alle Raumrichtungen beweglichen künstlichen Arm mit Hand und voll beweglichen künstlichen Fingern verbunden.

Technik nahe am klinischen Einsatz

Bereits zwei Tage nach der Operation konnte die Frau diesen Arm frei bewegen - nur mittels ihrer Gedanken, schreiben die Forscher. Nach über drei Monaten Training habe sie bestimmte Greifaufgaben zu über 90 Prozent erfüllen können, ihre Bewegungen wurden dabei immer schneller und effizienter. Es seien keine Nebenwirkungen aufgetreten.

Der erste Wunsch der Patientin war es, eine Schokolade zu essen

UPMC

Einer der ersten erfüllten Wünsche: Die Patientin isst eine Tafel Schokolade

Das Forscherteam plant nun, die Kabel zwischen den Elektroden und der Prothese durch eine Wifi-Verbindung zu ersetzen. Außerdem soll die Prothese künftig auch Signale ans Hirn senden und so zum Beispiel mitteilen, ob ein Gegenstand heiß oder kalt

In einem begleitenden Kommentar zur Studie schreibt Gregoire Courtine von der Schweizer Ecole Polytechnique Federale de Lausanne: "Auch wenn noch sehr viele Herausforderungen vor uns liegen, diese Systeme nähern sich rapide dem Punkt des klinischen Einsatzes."

science.ORF.at/dpa/AFP

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