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Rudolph, das rotnasige Rentier in einer Comic-Version

Rudolphs rote Nase - stark durchblutet

"Rudolph, the red-nosed reindeer had a very shiny nose. And if you ever saw it, you would even say it glows", heißt es in einem populären Weihnachtslied. Dass darin ein recht großes Korn Wahrheit steckt, haben nun Forscher gezeigt. Rentiere haben zwar nicht gerade rote, aber besonders gut durchblutete Nasen.

Zoologie 18.12.2012

Die Studie:

"Why Rudolph's nose is red: observational stud" von Can Ince und Kollegen ist am 17.12. im "British Medical Journal" erschienen (sobald online).

Film des Experiments:

Infrarotaufnahme eines Rentiers

British Medicial Journal - Can Ince et al.

Infrarotaufnahmen eines Rentiers, die verschiedene Wärmestufen zeigen: rund 15 Grad Celsius (blau), 19 Grad (weiß) und 24 Grad (rot)

Nimmt man sie mit Wärmeinfrarotkameras auf (siehe Bild unten), ergibt das sogar tatsächlich Rentiere mit roten Nasen, wie Can Ince von der Erasmus-Universität in Rotterdam und Kollegen aus Norwegen in einer Studie berichten. Sie haben die Nasen von fünf Menschen und zwei Rentieren mit Hilfe eines Video-Mikroskops verglichen.

Mehr Blutgefäße, mehr Schleimdrüsen

Die Dichte der Blutgefäße in der Nase sei bei Rentieren um etwa 25 Prozent höher als bei Menschen, schreiben die Forscher. Zudem hätten Rentiere eine höhere Dichte von Schleimdrüsen in ihrem Riechorgan, die bei wechselnden Wetterbedingungen und extremen Temperaturen für ein "ein optimales Nasenklima" sorgen und das Organ schützen würden.

"Diese Faktoren erklären, warum die Nase von Rudolph - das an der Spitze des Santa-Claus-Schlittens fliegende Rentier - rot und bestens angepasst ist, so dass er seine Aufgaben bei extremen Temperaturen erfüllen kann", erläutert Ince.

Die Figur "Rudolph, the Red-Nosed Reindeer" basiert auf einem Malbuch für Kinder. Weltberühmt wurde der rotnasige Rudolph vor Jahrzehnten durch ein Weihnachtslied. Inzwischen ist das fliegende Rentier aus Filmen, Büchern und Comics nicht mehr wegzudenken.

science.ORF.at/dpa

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