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Gletscher in Gröndland

Gletscher erzeugen Gletscher

Zwei Wissenschaftler haben in einer Studie die Langzeitwirkung von Gletschern auf die Erdoberfläche untersucht. Sie zeigt: Wo anfänglich kleine Gletscher waren, wachsen in späteren Zeiten große.

Simulation 10.01.2013

Dass die Eismassen von Gletschern durch Erosion die Form der Landschaft prägen, ist schon lange bekannt. Dort, wo etwa Flüsse ihren Weg durchs alpine Gelände bahnen, dominieren schmale Täler und steile Schluchten. "Fluviales Profil" nennen das die Geowissenschaftler.

Dieses Profil war in vielen Bergregionen dieser Welt der Normalfall, bis vor 2,5 Millionen Jahren das Klima abkühlte und sich große Eisflächen ausbreiteten. Das Yosemite Valley in Kalifornien ist etwa ein Prototyp jener Landschaften, die von diesem Übergang geprägt wurden. Wo während der letzten Eiszeit Gletscher die Berge bedeckt haben, sind die Täler nun breit und trogförmig.

Gletscher in Grönland

Nicolaj Krog Larsen

Erosion in Aktion: Gletscher in Grönland

Wie nun Vivi Pedersen und David Egholm im Fachblatt "Nature" berichten, wirkt sich die Umgestaltung des Profils auch auf spätere Kaltzeiten aus. Computersimulationen zeigen nämlich, dass das Gletscherwachstum zu einem Rückkoppelungseffekt führt.

Dort, wo Gletscher V-Täler ausgeräumt und zu U-Tälern umgestaltet haben, wird die nächste Gletschergeneration deutlich größer. Der Grund dafür ist relativ simpel: Durch die Erosion entstehen größere Flächen, auf denen sich Eis und Schnee sammeln können.

Bildpanorama: Aletschgletscher

Jean Braun

Aletschgletscher in der Schweiz: der größte Gletscher der Alpen

Wie der Salzburger Gletscherforscher Heinz Slupetzky im Gespräch mit science.ORF.at betont, kehrt sich der Effekt in noch größerem Zeitrahmen allerdings um. "Gletscher tragen langfristig so viel Material ab, sodass die Gebirge an Höhe verlieren. Hätte es in den Alpen seit dem Tertiär keine Erosion gegeben, wären sie nun höher als der Himalaya."

science.ORF.at

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